• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

Österreichische Kunststoffzeitschrift

Ihr Fachmagazin für Industrie und Forschung

  • Zeitschrift
    • Mediadaten
    • Themen 2026
    • Abonnement
    • Archiv
  • Kunststoff.direct
  • Messekalender
  • Stellenmarkt
    • Stellenangebote
    • Stellengesuche
  • Impressum
  • News-Archiv
    • 2017
    • 2018
    • 2019
    • 2020
    • 2021
    • 2022
    • 2023
    • 2024

Bauteilintegration elektrischer Funktionen durch WEAM

30. Dezember 2025 von Birgit Fischer

Mit dem WEAM-Verfahren steht eine drahtbasierte Methode des 3D-Drucks zur Verfügung, mit der sich elektrische Funktionen direkt in Bauteile integrieren lassen. Entwickelt am Fraunhofer IWU, nutzt Wire Encapsulating Additive Manufacturing Standarddrähte mit definierten Legierungen und konstantem Leiterquerschnitt, um elektrische Leitungen, Sensorik und Abschirmungen präzise und reproduzierbar in additiv gefertigte Strukturen einzubringen.

Hochflexible, dehnbare und 3D-formbare Platinen - WEAM-Aufdruck einer Kupferleitung mit 0,1 mm Durchmesser auf einer 0,1 mm dünnen thermoplastischen Polyurethan-Folie. | Foto: Fraunhofer IWU
Hochflexible, dehnbare und 3D-formbare Platinen – WEAM-Aufdruck einer Kupferleitung mit 0,1 mm Durchmesser auf einer 0,1 mm dünnen thermoplastischen Polyurethan-Folie. | Foto: Fraunhofer IWU

Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend von pasten-, tinten- oder pulverbasierten Druckverfahren. Durch die gezielte Wahl von Legierung, Leiterdurchmesser und Leiterbahnlayout lassen sich mit WEAM elektrische Eigenschaften exakt einstellen, sodass sowohl sensorische Funktionen als auch leistungs- und lasttragende Anwendungen direkt im Bauteil realisiert werden können.

Drahtbasiertes Verfahren der additiven Fertigung

WEAM basiert auf der Verarbeitung von Standarddrähten und -litzen, die während des additiven Prozesses gezielt positioniert und kunststoffummantelt werden. Durch die homogene Legierung und den konstanten Leiterquerschnitt dieser Drähte entstehen reproduzierbare elektrische Eigenschaften, die sich deutlich von gedruckten Leiterstrukturen aus Pasten, Tinten oder Pulvern unterscheiden. Die präzise Führung der Leiter wird durch eine Endlosrotation des Werkzeugs unterstützt, wodurch auch komplexe Leiterbahnlayouts sicher realisiert werden können.

Die elektrischen Eigenschaften lassen sich bei WEAM gezielt über mehrere Parameter einstellen. Neben der Auswahl der Legierung spielen der Leiterdurchmesser sowie das Layout der Leiterbahnen eine zentrale Rolle. Dadurch können Leistungs- und Datenleitungen ebenso umgesetzt werden wie integrierte Sensorik oder elektromagnetische Abschirmungen. Elektrische Funktionen lassen sich direkt auf bestehende Bauteile aufbringen oder in nachfolgenden Prozessschritten unsichtbar integrieren.

WEAM für integrierte Heizfunktionen in Radomen

Ein zentrales Anwendungsfeld von WEAM ist die Integration von Heizleitern in Radome, also wetterfeste Schutzhüllen für Radar- und Sensoriksysteme. Diese Bauteile müssen unter extremen Witterungsbedingungen eisfrei bleiben, um die zuverlässige Funktion der Sensorik sicherzustellen. Konventionelle Lösungen mit Heizfolien oder eingebetteten Drähten erlauben jedoch nur begrenzte Umformungen und schränken damit die Designfreiheit ein.

Radom-Heizung, hergestellt im WEAM-Verfahren: maximale Designfreiheit, perfekte Funktion, geringer Materialeinsatz. | Foto: Fraunhofer IWU
Radom-Heizung, hergestellt im WEAM-Verfahren: maximale Designfreiheit, perfekte Funktion, geringer Materialeinsatz. | Foto: Fraunhofer IWU

Im WEAM-Verfahren wurden Heizleiter direkt auf eine Folie aufgebracht, die anschließend umgeformt und in das Bauteil integriert wurde. Der Draht verbleibt auch nach dem Hinterspritzen exakt an seiner Position, ohne Funktionsverluste oder Delamination. Der Materialverbrauch ist gering, dennoch lässt sich eine hohe Heizleistung erzielen. Solche integrierten Heizdrähte ermöglichen eine energieeffiziente Enteisung und eröffnen Einsatzmöglichkeiten in Automobilen, Flugzeugen, Drohnen sowie in industriellen Anwendungen mit autonomen Systemen.

Hochflexible und 3D-formbare Platinen

WEAM erlaubt die Applikation komplexer Leitungslayouts auf sehr dünnen thermoplastischen Polyurethan-Folien. Leiterbahnen können vollständig oder partiell kunststoffummantelt ausgeführt werden, abhängig von den jeweiligen elektrischen Anforderungen, etwa hinsichtlich der Durchschlagfestigkeit. Für Kontaktierungen kann auf die Ummantelung verzichtet werden, während sich kreuzende Leitungen dennoch elektrisch isoliert bleiben.

Das eingesetzte TPU vereint Umformbarkeit und chemische Beständigkeit mit hoher Elastizität und Flexibilität. Die so hergestellten Platinen vertragen starke dreidimensionale Verformungen, bei denen herkömmliche Flex- oder Stretch-Platinen mit gedruckten Leiterbahnen bereits versagen. Darüber hinaus können unterschiedliche Legierungen und Layouts auf einer Fläche kombiniert werden, um Sensorik, Aktorik sowie Leistungs- und Datenleitungen auf der Folienebene zu integrieren.

WEAM und PFAS-freie Hochtemperatur-Flexleiter

PFAS-freie Hochtemperatur Flexleiter. | Foto: Fraunhofer IWU
PFAS-freie Hochtemperatur Flexleiter. | Foto: Fraunhofer IWU

Mit WEAM lassen sich thermoplastische Flexleiter und Platinen herstellen, die Temperaturen bis 260 °C und kurzfristig bis 300 °C standhalten. Bisher waren solche Temperaturbereiche im Wesentlichen Polyimid-basierten Lösungen vorbehalten, die mit fluorhaltigen Beschichtungen arbeiten, um metallische Leiter zu fixieren. WEAM kommt ohne diese Beschichtungen aus, da der Leiter mit demselben Material wie das Foliensubstrat fixiert wird.

Aus dieser Artgleichverbindung ergeben sich mehrere Vorteile. Der Leiter bleibt auch bei hohen Biegebeanspruchungen mechanisch stabil, während der Materialeinsatz für die elektrische Isolation gering gehalten wird. Gleichzeitig verbessert sich die Recyclingfähigkeit durch die Sortenreinheit der eingesetzten Materialien. Damit stellt WEAM eine nachhaltige Lösung für Hochtemperaturanwendungen dar, etwa im Motorraum von Fahrzeugen, in der Luftfahrt, im Maschinenbau oder in der Robotik.

Funktionale Bauteilgehäuse durch WEAM

Am Beispiel eines Drohnengehäuses zeigt WEAM, wie sich elektrische Funktionen direkt in tragende Strukturen integrieren lassen. Das Gehäuse übernimmt dabei selbst Aufgaben einer Platine oder wird umgekehrt zur funktionalen Erweiterung dieser. Sensorik, Aktorik, elektromagnetische Abschirmungen oder induktive Ladespulen können direkt in das Bauteil eingebracht werden, um Energieübertragung und Schutzfunktionen zu optimieren.

Beispiel Drohne: Bauteilgehäuse mit integrierten elektrischen Funktionen. | Foto: Fraunhofer IWU
Beispiel Drohne: Bauteilgehäuse mit integrierten elektrischen Funktionen. | Foto: Fraunhofer IWU

Ein besonderer Vorteil liegt in der Gestaltung elektromagnetischer Abschirmungen, die nicht mehr an feste Maschenweiten gebunden sind und ihre Schutzwirkung auch bei komplexen Geometrien beibehalten. Solche funktionalen Gehäuse bieten Mehrwert in zahlreichen Anwendungen, von robusten Powertools und Outdoor-Elektronik über kompakte Consumer-Produkte bis hin zu kostengünstigen, lokal gefertigten Lösungen im Verteidigungsbereich.

Kategorie: Additive Fertigung, News Stichworte: 3D Druck, Automotive, Fraunhofer IWU, TPU, WEAM, Wearables

Weitere Nachrichten

Ganzheitliche Prozesslösungen für die Kunststoffverarbeitung

Auf der PlastIndia 2026 in Neu Delhi vom 5. bis 10. Februar stellt Coperion Technologien und Anlagen für das Herstellen, Aufbereiten und Recycling von Kunststoffen vor. Das Unternehmen deckt alle drei … [Weiterlesen...] ÜberGanzheitliche Prozesslösungen für die Kunststoffverarbeitung

Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung

Zum 12. Januar 2026 hat ARBURG Dr. Volker Nilles zum Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Der international tätige Maschinenbauer mit Sitz in Loßburg setzte damit auf einen erfahrenen Manager … [Weiterlesen...] ÜberVolker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung

Ultramid®-Polyamid besteht Langzeitanforderungen der E-Mobilität

Die glasfaserverstärkte, halogenarme Ultramid®-Type von BASF erfüllt die Langzeitanforderungen der E-Mobilität. Grundlage dafür sind Untersuchungen zur Alterungsbeständigkeit von Kunststoffkomponenten … [Weiterlesen...] ÜberUltramid®-Polyamid besteht Langzeitanforderungen der E-Mobilität

Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE entwickeln Forschende neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten … [Weiterlesen...] ÜberNeue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

Seitenspalte

Suche

Messekalender

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • maintenance Dortmund

    Die maintenance Dortmund 2026 ist die führende Fachmesse für industrielle Instandhaltung in Deutschland. Sie deckt das gesamte Spektrum moderner […]

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter-Archiv

Die aktuelle Ausgabe

NEUERSCHEINUNG

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Lebensmittel-&Biotechnologie

  • SYNEQT bündelt Chemiepark-Infrastruktur
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit dem Start der SYNEQT GmbH führt Evonik seit Jahresbeginn die Infrastruktur-Aktivitäten der Chemieparks Marl und Wesseling zusammen. Rund 3.500 Beschäftigte und ein Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro machen SYNEQT zu einem der größten […]

  • GEA realisiert offene Pilotinfrastruktur für Fermentation
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    GEA realisiert für die Biotechnology Fermentation Factory am NIZO Food Innovation Campus in Ede eine offene Pilotinfrastruktur für Fermentation in Lebensmittelqualität. Die Anlage ermöglicht die Validierung und Skalierung präzisions- und […]

  • PSI entwickelt Verfahren für stabile, langlebige Festkörperbatterien
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Festkörperbatterien werden am Paul Scherrer Institut PSI mit einem neuen Verfahren stabiler und langlebiger. Durch mildes Sintern des Elektrolyten und eine gezielte Grenzflächenstabilisierung lassen sich Dendritenbildung und Leistungsabfall […]

  • Sprühbares Polymer eröffnet neuen Pflanzenschutz
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Forschende der University of California San Diego haben ein sprühbares Polymer entwickelt, das neue Ansätze im Pflanzenschutz eröffnet. Die Beschichtung schützt Nutzpflanzen vor bakteriellen Infektionen, bleibt gasdurchlässig und erhöht ihre […]

  • Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals. Mit der Übernahme stärkt TER Chemicals seine Position im Food-&-Nutrition-Segment in der Schweiz und im gesamten DACH-Raum und richtet das Geschäft langfristig auf Wachstum aus. Der Beitrag […]

  • BASF nimmt Steamcracker in Zhanjiang termingerecht in Betrieb
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Der Steamcracker am neuen BASF-Verbundstandort Zhanjiang ist termingerecht in Betrieb gegangen, nutzt für seine Hauptkompressoren ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen und liefert jährlich bis zu eine Million Tonnen Ethylen für […]

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

  • Brenntag stärkt Partnerschaft mit Women in Chemicals weltweit
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Excerpt: Die Partnerschaft zwischen Brenntag und Women in Chemicals wird 2026 global ausgebaut. Ziel ist es, Gleichstellung, berufliche Entwicklung und Vernetzung von Frauen in der chemischen Industrie durch internationale Programme, Konferenzen und […]

  • 40 Jahre wire Düsseldorf prägen die globale Drahtindustrie
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die wire Düsseldorf feiert 40 Jahre als globale Leitmesse der Draht- und Kabelindustrie. Mit Wachstum, Internationalität und neuen Formaten wie dem wire & Cable FORUM setzt die wire 2026 weitere Impulse für Innovation, Nachhaltigkeit und […]

  • Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Ein EU-Forschungsprojekt unter Leitung der TU Graz entwickelt ein integriertes Bioraffineriekonzept, das Restbiomasse aus der Tomatenproduktion vollständig verwertet und daraus nachhaltigen Flugzeugtreibstoff sowie Dünger, Tierfutter und Speiseöl […]

Footer

Zeitschrift

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Wer.Was.Wo

WelkinMedia Fachverlag

  • Österreichische Chemie Zeitschrift
  • Lebensmittel-&Biotechnologie
  • labor.at
  • WelkinMedia

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag