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Der Mensch bleibt entscheidend – auch bei KI-gesteuerter Spritzgießzelle

2. September 2025 von Birgit Fischer

Die ENGEL Gruppe bereitet sich mit Nachdruck auf die K 2025 vor – und rückt dabei vor allem eines in den Fokus: die Kombination aus künstlicher Intelligenz und effizientem Spritzguss. Im way2K Interview spricht CEO Dr. Stefan Engleder mit dem VDMA über langfristige Innovationsstrategien, die Bedeutung des Menschen in zunehmend automatisierten Prozessen und die Herausforderungen durch Fachkräftemangel. Besonders im Blickpunkt: eine neue, KI-gestützte Spritzgießzelle, die zur K 2025 erstmals präsentiert wird.

Dr. Stefan Engleder, CEO der ENGEL Gruppe. | Quelle: Foto  ©ENGEL / Logo ©Messe Düsseldorf / Montage WMV
Dr. Stefan Engleder, CEO der ENGEL Gruppe. | Quelle: Foto ©ENGEL / Logo ©Messe Düsseldorf / Montage WMV

Der Einsatz digitaler Assistenzsysteme wie dem iQ process observer zeigt bereits heute, wie moderne Steuerungstechnik Bediener entlastet, Prozesse optimiert und Produktionsqualität sichert. ENGEL geht damit den nächsten Schritt in Richtung autonomer Fertigung – ohne dabei die Verantwortung des Menschen aus dem Blick zu verlieren. Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Energieeffizienz prägen dabei den Kurs des Unternehmens ebenso wie der intensive Dialog mit Kunden und der Branche.

Herr Engleder, wie wichtig ist Innovation in wirtschaftlich schwierigen Zeiten?

Innovation ist gerade in der jetzigen Zeit enorm wichtig – für unsere Kunden ebenso wie für ENGEL. Unsere Kunden benötigen innovative Lösungen, um neue Kunststoffprodukte wettbewerbsfähig und nachhaltig auf den Markt zu bringen. Und auch wir bei ENGEL investieren gezielt in Innovation, um unsere Kunden zu unterstützen, führend zu sein und führend zu bleiben. Deshalb investieren wir trotz dieser Krise, die mittlerweile drei Jahre dauert, in Forschung und Entwicklung, und das auf Produkt-, Prozess- und Digitalisierungsseite. Denn: Nicht zu innovieren wäre Stillstand. Und Stillstand bedeutet letztlich Rückschritt.

Auf welchen Wegen erreichen Sie das?

Das Schöne am Spritzgießen ist seine enorme Vielfalt – von Kleinstanwendungen bis hin zu großvolumigen Applikationen. Wir entwickeln applikationsnah und gemeinsam mit unseren Kunden neue oder alternative Wege, um Kunststoffprodukte effizient, kostengünstig und prozesssicher herzustellen – teils auch in Formen, die es zuvor so noch nicht gegeben hat. Parallel dazu investieren wir mit langem Atem in Forschung und Entwicklung, sei es in die Grundlagenforschung, in Digitalisierung oder in unsere Assistenzsysteme. Entwicklungszyklen von vier bis fünf Jahren sind dabei keine Seltenheit. Bis daraus marktfähige Innovationen entstehen und wir damit Geld verdienen, vergehen oftmals sechs, sieben oder acht Jahre. Diesen langen Atem braucht es, um nachhaltige Lösungen zu schaffen, die auch wirtschaftlich Bestand haben.

Welche Rolle spielt KI in Ihren Innovationsanstrengungen?

Mit dem iQ process observer – dem neuesten Spross unserer Assistenzreihe iQ – unterstützen wir den Kunden mit künstlicher Intelligenz, um die Prozessstabilität beim Spritzgießen zu verbessern. Der iQ process observer überwacht den Produktionsprozess und liefert Vorschläge, wie die Maschine einzustellen ist. Die Steuerung analysiert eine Vielzahl an Prozessparametern und erstellt auf dieser Grundlage eine Prognose, wie sich der Produktionsprozess unter den aktuellen Bedingungen entwickeln wird. Sobald sich kritische Abweichungen abzeichnen, erhält der Maschinenbediener über ein Ampelsystem eine entsprechende Rückmeldung. Darüber hinaus macht das System auch konkrete Vorschläge zur Optimierung der Maschineneinstellungen. Der nächste Schritt wäre natürlich, dass sich die Maschine dann selbst einstellt. Hier glauben wir allerdings, dass es nach wie vor wichtig ist, dass ein Mensch die Maschine bedient.

Hilft die KI, bei ihren Kunden das Fach- oder sogar Arbeitskräfteproblem zu lindern?

Durch die Vorschläge, die das Assistenzsystem macht, muss ein neuer Maschinenbediener kein Prozesstechnologe sein, sondern folgt im Grunde einer klar strukturierten Anleitung, vergleichbar mit einer Checkliste, die ihm die Maschinensteuerung vorgibt. Es kann de facto eine ungelernte Arbeitskraft sein, nicht zwingend eine Fachkraft. Den Fachkräftemangel haben wir bei ENGEL als Schwerpunkt erkannt, weil uns dieses Thema auch von unseren Kunden aktiv zurückgespiegelt wird. Wir bieten deshalb gezielt auch einfachere Einstellassistenten, wie zum Beispiel Werkzeugwechselassistenten an, bei denen die Maschinensteuerung Schritt für Schritt durch den Prozess führt. Das bedeutet, dass die Trainingsphase nicht mehr mehrere Monate dauert, sondern in ein bis zwei Tagen abgeschlossen sein kann. Als dritten Punkt bieten wir zusätzlich Fernzugriffsmöglichkeiten, remote access, an. Über unser e-connect Portal können sich Experten, sei es vom Kunden oder von ENGEL, per Fernzugriff zuschalten und den Maschinenbediener unterstützen, etwa bei Wartung, Optimierung oder im Servicefall. Das spart Fachkräfte und vor allem auch Zeit. Beim allgemeinen Arbeitskräftemangel hilft es allerdings nicht – eine Maschinenbedienung bleibt weiterhin notwendig.

Die mannlose Maschine ist also noch Zukunftsmusik?

Nein, würde ich nicht sagen. Mit unserem Expertensystem kommen wir dem schon relativ nah. Ich würde das mit dem autonomen Fahren bei Automobilen vergleichen. Die fahren ja schon, nicht unbedingt auf jedem Kontinent und in jeder Stadt, aber die Technologie ist eigentlich relativ reif. Allerdings reicht es nicht, nur die Technologie zu entwickeln und die Voraussetzungen zu schaffen. Es braucht auch ein durchdachtes Gesamtkonzept und vor allem die Akzeptanz beim Kunden. Und da stellt sich die Frage, ob eine vollständig mannlose Maschine überhaupt erforderlich ist – und ob unsere Kunden das in dieser Form überhaupt wollen.
Zur K2025 zeigen wir erstmals eine industrielle Lösung für eine selbstregulierende Spritzgießzelle. Die Maschine ist in der Lage, gestützt durch künstliche Intelligenz, autonom zu produzieren – und dabei Qualität und Prozesse eigenständig zu optimieren. Das ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Digitalisierung des Spritzgießens. Technologisch sind wir also sehr weit. Gleichzeitig bleibt für uns klar: Die Verantwortung trägt weiterhin der Mensch. Auch die beste Assistenz braucht am Ende eine bewusste Entscheidung durch den Anwender.

Welche Trends sehen Sie derzeit im Maschinenbau?

Ein nach wie vor anhaltender Trend ist die Elektrifizierung und Energieeffizienz. Das beschäftigt derzeit nahezu alle, denn der Energieverbrauch ist einerseits ein klarer Kostenfaktor – und andererseits ist Energie vielerorts nicht uneingeschränkt verfügbar. Wir werden auch in diesem Bereich zur K wieder neue Lösungen präsentieren. Über das zweite große Thema haben wir bereits gesprochen: Künstliche Intelligenz, insbesondere die Weiterentwicklung unserer Assistenz- und digitalen Systeme. Und wir sehen nach wie vor einen Trend in Richtung Nachhaltigkeit. Auch wenn die Diskussion aufgrund verschobener Fristen auf EU-Ebene aktuell etwas weniger präsent ist, bereitet sich die Industrie dennoch konsequent darauf vor. Denn: Unabhängig von regulatorischen Vorgaben kommen wir nicht umhin, die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben. Das Motto der K lautet ja auch: The Power of Plastics! Green – Smart – Responsible. Dass „Green“ darin explizit enthalten ist, unterstreicht die Bedeutung dieses Themas.

Wie sehen Sie die Rolle der K?

Die K 2025 wird sicherlich richtungsweisend sein. Sie ist die Leitmesse der Kunststoffwelt mit einem klaren Europa-Bezug aufgrund ihres Standortes. Vielleicht ist die K heute nicht mehr die größte Messe, was die Anzahl der Besucher betrifft. Aber sie war und ist die Messe für Innovationen und visionäre Impulse. Meine Erwartung ist, dass sie auch diesmal wieder zeigt, wohin sich die Kunststoffverarbeitung entwickelt – technologisch, strategisch und im Dialog mit der Industrie. Wir bei ENGEL arbeiten mit großer Vorfreude auf die K 2025 hin und bereiten uns mit hoher Intensität vor. Es geht uns nicht nur darum, Neuheiten zu präsentieren, sondern auch unsere Visionen einer breiten Fachöffentlichkeit zu vermitteln – und Feedback zu erhalten, ob diese geteilt werden. Wir entwickeln viel im engen Kundenkontakt, aber es ist ebenso wichtig, diese Entwicklungen sichtbar zu machen. Dafür ist die K prädestiniert – nirgendwo sonst trifft man auf ein so interessiertes fachkundiges Publikum.

Kategorie: K 2025, News Stichworte: Automatisierung, Engel, Innovation, K 2025, KI

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