Auf der PLASTINDIA 2026 in New Delhi stellt die WITTMANN Gruppe vom 5. bis 10. Februar Technologien vor, die auf smarte Einsparungen in der Kunststoffverarbeitung abzielen. Im Mittelpunkt stehen vier Faktoren mit hohem wirtschaftlichem Potenzial: Energie, Material, Zeit und Platz. Die präsentierten Lösungen richten sich an Anwender mit hohen Anforderungen an Effizienz und Prozesssicherheit, insbesondere in der Medizintechnik.

Ein zentrales Exponat (Halle 5, Stand A1) ist eine Anwendung aus der Medizintechnik, mit der WITTMANN BATTENFELD India die Herstellung von kleinen Präzisionskomponenten demonstriert. Das Beispiel zeigt, wie sich auch anspruchsvolle Produkte für die Medizintechnik mit minimalem Ressourceneinsatz und hoher Qualitätskonstanz realisieren lassen, wenn Maschinenkonzept, Werkzeugtechnik und Peripherie optimal aufeinander abgestimmt sind.
Präzisionsfertigung für die Medizintechnik mit der MicroPower
Die auf der PLASTINDIA vorgestellte Medizintechnik-Anwendung basiert auf der Produktion von Gefäßklemmen. Zum Einsatz kommt eine vollelektrische MicroPower Spritzgießmaschine mit 15 Tonnen Schließkraft, die mit einem 2-Fach-Werkzeug ausgestattet ist. Die Anlage adressiert Hersteller von Kleinst- und Mikroteilen für die Medizintechnik, bei denen große Stückzahlen und gleichbleibend hohe Qualität gefordert sind.
Die MicroPower wurde gezielt für den Spritzguss von Kleinst- und Mikroteilen entwickelt und unterstützt eine energie- und materialsparende Fertigung. Ein zentrales Merkmal ist das Maschinenlayout, das es ermöglicht, mit dem Einspritzkolben bis zur Trennebene des Werkzeugs vorzudringen. Dadurch wird der Massepolster auf ein Minimum reduziert und der Anguss deutlich verkleinert oder entfällt vollständig. Diese konstruktive Auslegung verbessert die Materialeffizienz und trägt zugleich zur Qualitätskonstanz bei, da die Druckübertragung über einen sehr kurzen Fließweg erfolgt – ein entscheidender Faktor für Anwendungen in der Medizintechnik.

Neben der Prozesspräzision spielt auch der Platzbedarf eine wesentliche Rolle. Die MicroPower zeichnet sich durch eine sehr kompakte Bauweise aus und vereint auf rund zwei Quadratmetern Drehtisch, Peripherie, Automatisierung, Temperiergerät, Qualitätssicherung und weitere Prozesseinheiten. Für Reinraumanwendungen, wie sie in der Medizintechnik häufig erforderlich sind, lässt sich zudem einfach eine Laminar-Flow-Box integrieren.
Energieeffiziente Temperierung als Qualitätsfaktor
Im Ausstellungsbereich Peripherie legt WITTMANN einen Schwerpunkt auf die Werkzeugtemperierung. Diese hat maßgeblichen Einfluss auf die Verarbeitungseffizienz und die Bauteilqualität und ist damit auch für Anwendungen in der Medizintechnik von zentraler Bedeutung. Entsprechend verfolgen die Produktentwickler einen klaren Fokus auf robuste Technik, einfache Bedienbarkeit und minimalen Energieverbrauch.
Auf der PLASTINDIA wird unter anderem das Tempro C120 Temperiergerät vorgestellt. Das Gerät ist für Temperaturen bis 120 °C ausgelegt und erreicht durch die Direkteinspeisung des Kühlwassers eine außergewöhnlich hohe Kühlleistung. Das Tempro C120 zeichnet sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus und bietet umfangreiche Ausstattungsmöglichkeiten, um an unterschiedliche Anwendungen angepasst zu werden. Damit unterstützt es stabile Prozesse und reproduzierbare Qualität, wie sie insbesondere in der Medizintechnik gefordert sind.
Materialeffizienz und Inhouse-Recycling
Unter dem Leitgedanken „Reduce – Recycle – Reuse“ thematisiert WITTMANN auf der PLASTINDIA die Bedeutung der Materialeffizienz. Bei Spritzgießteilen entfallen fast 80 Prozent der Produktkosten auf das Rohmaterial, weshalb die Vermeidung von Materialverschwendung einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und zur Kreislaufwirtschaft leistet. Angüsse stellen sauberes Rohmaterial dar, das sich in vielen Anwendungen direkt wieder in den Produktionskreislauf zurückführen lässt.
Darüber hinaus können häufig auch Anfahr- und Produktionsausschussteile unmittelbar wiederverwendet werden. In vielen Anwendungen sind bis zu 25 Prozent Mahlgut möglich. Das Inhouse-Recycling mit WITTMANN Mühlen reduziert den Einsatz von Neuware und spart Entsorgungs- sowie Logistikaufwand. Auf der PLASTINDIA werden die kompakten G-Max Schneidmühlen und die kraftvollen Zahnwalzenmühlen der Baureihe S-Max präsentiert.
Die G-Max Mühlen eignen sich für weiche bis mittelharte Kunststoffe wie PP, PE, ABS, PU oder PC. Ein optimierter Rotor sorgt für sauberes, homogenes Mahlgut und hohen Materialdurchsatz, während ein massives Schwungrad die Trägheit des Rotors erhöht und so bei gleichem Energieeinsatz eine höhere Leistung ermöglicht. Die S-Max Mühlen wurden für technische und verstärkte Kunststoffe optimiert und arbeiten im langsam laufenden Betrieb, um Styrolkunststoffe, Acrylate und glasfaserverstärkte Werkstoffe effektiv zu zerkleinern. Ihre kompakte Bauweise erlaubt den Einsatz auch in engen Produktionsbereichen.
Automatisierung und lokale Kompetenz
Im Bereich Automatisierung erweitert WITTMANN mit dem neuen Primus 118 den Einsatzbereich seiner Primus Linearroboter für Spritzgießmaschinen bis 250 Tonnen Schließkraft. Die neue Baugröße ist für Traglasten bis zu acht Kilogramm ausgelegt und basiert auf einem verstärkten Design der Entformungs- und Vertikalachse sowie leistungsstärkeren Antrieben. Der Roboter bietet bis zu zehn Ventilsteckplätze und flexible Kombinationen von Greifer- und Vakuumkreisen.
Ergänzend zeigt WITTMANN eine IML-Anwendung für Verpackungen mit einem 4-Fach-Werkzeug und Side-Entry-Automatisierung bei einer Zykluszeit von sechs Sekunden. Für den indischen Markt werden IML- und Automatisierungssysteme aus lokaler Entwicklung und Produktion angeboten. Mit dem Ausbau des Standorts Chennai und weiteren Niederlassungen in New Delhi und Pune unterstreicht WITTMANN seine Präsenz und Servicekompetenz vor Ort.