Auf der K Messe 2025 zeigte B.IRD Machinery, wie die Infrarot-Drehrohrtechnologie Kunststoffe schneller, energieeffizient und materialschonend trocknet. Die tiefenwirksame Infrarotstrahlung entfernt Feuchtigkeit direkt im Material und sorgt für stabile Ergebnisse, unabhängig von äußeren Bedingungen.

Die Kombination aus photomolekularem Effekt, kompakter Bauweise und anpassbarer Prozessführung führte zu einer außergewöhnlich hohen Nachfrage; mehrere Anlagen wurden noch während der Messe verkauft. Mit der für kleinere Durchsätze optimierten Ausführung eröffnet B.IRD Machinery zudem neue Einsatzmöglichkeiten im Spritzgießen, da sich Materialien wie PA, PC, PMMA oder ABS innerhalb weniger Minuten zuverlässig trocknen lassen.
Photomolekularer Effekt erhöht die Trocknungsgeschwindigkeit
Die Infrarot-Drehrohrtechnologie nutzt Strahlung, die direkt in das Kunststoffgranulat eindringt und dort auf molekularer Ebene wirkt. Im Gegensatz zur klassischen Heißlufttrocknung wird nicht nur die Oberfläche erwärmt, sondern das Materialvolumen gleichmäßig durchdrungen. Diese Vorgehensweise beschleunigt die Entfernung von Feuchtigkeit erheblich und sorgt dafür, dass Kunststoffe schonend und ohne thermische Überbeanspruchung behandelt werden.
Ein wesentlicher Teil der hohen Effizienz lässt sich durch den photomolekularen Effekt erklären. Dabei lösen Anteile der auftreffenden Photonen Wasserstoff-Brückenbindungen innerhalb des Polymerverbunds, ohne dass zusätzliche Wärme notwendig ist. Diese Wirkung erhöht die Mobilität der Wassermoleküle und verkürzt die Trocknungszeit deutlich. Urban Stricker beschreibt dies als Verfahren, das gegenüber Heißluft große Energie- und Zeiteinsparungen ermöglicht und gleichzeitig die Werkstoffe sorgfältiger behandelt.
Trocknungslösungen für Spritzguss und variable Durchsätze
Die Infrarot-Drehrohrtechnologie wurde bei B.IRD Machinery für unterschiedliche Durchsatzbereiche angepasst. Für das Spritzgießen stehen Serienmaschinen bereit, die Materialien wie PA, PC, PMMA oder ABS innerhalb von drei bis dreißig Minuten trocknen. Durch die optimierte Bauweise können diese Systeme auch bei kleinen Losgrößen konstante Ergebnisse liefern und Schwankungen im Produktionsablauf reduzieren.

Die Technologie zeigt ihre Stärken besonders dort, wo kurze Wechsel, vielfältige Materialanforderungen und stabile Trocknungsprozesse gefragt sind. Die kompakte und leise Bauform erleichtert die Integration in bestehende Anlagen, sodass Produktionsumgebungen ohne größere Anpassungen weiterbetrieben werden können. Gleichzeitig ist das Verfahren unabhängig von wechselnden Wetter- oder Raumklimabedingungen, da das erwärmte Material durch einen kühlen Prozessraum geführt wird.
Energieeinsparungen und verlässliche Materialqualität
Die Infrarot-Drehrohrtechnologie eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, Energieverbrauch und Materialverluste zu reduzieren. Durch die schnelle und gleichmäßige Trocknung werden Ausschuss und Verarbeitungsfehler verringert, was die Gesamtwirtschaftlichkeit vieler Anwendungen verbessert. Daniel Stricker betont, dass die Technologie zu einer deutlichen Effizienzsteigerung beiträgt und damit in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine wichtige Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit spielt.
Die hohe Nachfrage auf der K Messe und die vollständig ausverkaufte erste Serienproduktion zeigen, dass der Bedarf an verlässlichen, wirtschaftlich tragfähigen Verfahren in der Branche weiter wächst. B.IRD Machinery bereitet bereits den nächsten Produktionszyklus vor und plant Auslieferungen für das Frühjahr 2026, um der zunehmenden Zahl von Anwendern gerecht zu werden.
Erfahrungsbasierte Entwicklung
Die Infrarot-Drehrohrtechnologie von B.IRD Machinery basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Kunststofftechnik. Das Unternehmen wurde 2020 von den Brüdern Urban und Daniel Stricker gegründet, deren technisches und kaufmännisches Know-how maßgeblich zur Entwicklung des Verfahrens beigetragen hat. Der erste Prototyp entstand zwei Jahre nach der Gründung, und 2025 gelang mit dem Serienstart der breite Markteintritt.
Die Einbindung der nächsten Generation spiegelt die langfristige Ausrichtung des Unternehmens wider. Wirtschaftsingenieur Mati Stricker unterstützt die Weiterentwicklung der Technologie und beschreibt den Standort Aachen als Vorteil, da die Nähe zum IKV Zugang zu internationaler Forschungskompetenz ermöglicht. Diese Zusammenarbeit war insbesondere in der Entwicklungsphase entscheidend für die Verfeinerung des Verfahrens und seine Anpassbarkeit an unterschiedliche Anwendungsbereiche.
Erweiterte Einsatzfelder für Trocknung und Vorwärmung
Die Infrarot-Drehrohrtechnologie hat sich bereits in Praxiseinsätzen bewährt und übertrifft laut B.IRD Machinery die Erwartungen vieler Anwender. Die Technologie zeigt Potenzial für zusätzliche Einsatzgebiete, in denen eine schnelle, energiesparende und materialschonende Trocknung oder Vorwärmung erforderlich ist. Durch die Möglichkeit, auch kleinere Mengen zuverlässig zu behandeln, eröffnen sich Perspektiven für weitere Bereiche innerhalb der Kunststoffverarbeitung.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass die Technologie nicht nur bestehende Verfahren verbessert, sondern auch neue Wege in der Prozessgestaltung ermöglicht. Die steigende Nachfrage und die Bereitschaft vieler Verarbeiter, auf die Strahlungstechnologie umzusteigen, unterstreichen die Bedeutung des Verfahrens für moderne Produktionsumgebungen. B.IRD Machinery sieht darin eine Grundlage für weitere Innovationen, die die Effizienz und Qualität in der Branche stärken.
Über B.IRD Machinery
Die B.IRD Machinery Stricker GmbH wurde 2020 von Urban und Daniel Stricker in Aachen gegründet. Urban Stricker entwickelte die Infrarot-Drehrohrtechnik bereits seit den 1990er Jahren und brachte sie mit zahlreichen Installationen in industriellen Anwendungen zur erfolgreichen Umsetzung. B.IRD Machinery führt diese Entwicklung mit einer neuen Generation für kleinere Mengen fort, wie sie im Spritzgießen üblich sind. Nach der Präsentation des Prototyps auf der K 2022 kamen Ende 2024 die ersten Seriengeräte „B.IRD 5“ auf den Markt und erfüllten in Praxiseinsätzen die hohen Erwartungen. Die Gründer sehen zudem Potenzial für weitere Prozesse, die schnelle, energiesparende und materialschonende Trocknung oder Vorwärmung erfordern.