Die Formnext Awards 2025 zeichnen neue Entwicklungen der Additiven Fertigung aus. In sechs Kategorien werden junge Unternehmen, nachhaltige Geschäftsideen, neue Ausbildungskonzepte und technologische Innovationen prämiert. Die Jurys haben die Finalisten ausgewählt, die ihre Exponate online und auf der Messe präsentieren.

Die Siegerinnen und Sieger der Formnext Awards werden am 20. November 2025 in einer Award-Zeremonie auf der Formnext bekannt gegeben. Das Publikum kann sich an der Abstimmung beteiligen. Die Projekte zeigen die aktuelle Entwicklung der Additiven Fertigung in Richtung effizienterer, nachhaltigerer und anwendungsorientierter Verfahren.
Finalisten der Formnext Awards 2025
Die Finalisten der sechs Award-Kategorien zeigen, wie sich die Additive Fertigung in verschiedenen Branchen weiterentwickelt. Die Innovationen behandeln Themen wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, industrielle Anwendungen und Ausbildung. Auf der Formnext Awards Sonderschau in Halle 11.0, Stand D82, werden sämtliche Finalisten vorgestellt.
Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 20. November 2025, ab 16:20 Uhr auf der Industry Stage (Halle 11.0, D72) statt. Alle Finalisten sind außerdem auf der Formnext-Website zu sehen. Das Publikum kann bis zum 20. November um 12:00 Uhr online abstimmen. Das Ergebnis fließt als zusätzliche Jurorenstimme in die Entscheidung ein.
AMbassador Award
Der AMbassador Award zeichnet Einzelpersonen oder Organisationen aus, die durch Ausbildung, Training oder Fürsprache einen besonderen Beitrag zur Additiven Fertigung leisten. Im Finale stehen Naiara Zubizarreta, Direktorin des spanischen Verbandes ADDIMAT, Irena Heuzeroth, Ingenieurin und Senior Trainerin Bildung Spritzgießen | Additive Fertigung, sowie Gustavo Melo von der RWTH Aachen.
ADDIMAT feiert 2025 sein zehnjähriges Bestehen. Unter Zubizarretas Leitung ist der Verband auf mehr als 100 Mitglieder gewachsen. Irena Heuzeroth engagiert sich gemeinsam mit der IHK Würzburg-Schweinfurt und dem Kunststoff-Zentrum (SKZ) für den Praxisstudiengang „Geprüfter Industrietechniker Fachrichtung Additive Fertigung“. Das Programm umfasst die gesamte Prozesskette des 3D-Drucks von Materialien über Konstruktion bis zu Energie und Arbeitssicherheit. Gustavo Melo entwickelt an der RWTH Aachen eine technologiegestützte und datengesteuerte Lernmethodik.
Design Award
Der Design Award würdigt außergewöhnliche AM-Designs und -Produkte. Finalisten sind die Limb Kind Foundation, IKM Flux mit Partnern sowie die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd.
Die Limb Kind Foundation hat zusammen mit Hewlett-Packard und weiteren Partnern ein 3D-Druckprojekt in Kenia umgesetzt. Dabei werden maßgeschneiderte Prothesen-Schaftteile für Kinder im Ausland gefertigt und vor Ort kostenlos montiert. IKM Flux, EOS, Valland und ToffeeX haben einen Flux-Verdampfer entwickelt, der den Energiegehalt von LNG-Gas präziser misst. Das Gerät nutzt thermo-fluidische Topologieoptimierung, um Messungenauigkeiten zu verringern. Die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd hat die Handtherapie-Gadgets „Grabbit“ entwickelt, die TPU-Lattice-Strukturen, PA12 und Eschenholz kombinieren.
(R)Evolution Award
Der (R)Evolution Award prämiert Produkte und Technologien, die in der industriellen Fertigung oder im Dentalbereich neue Maßstäbe setzen.
Das portugiesische Unternehmen Erofio hat ein vollständig 3D-gedrucktes Formwerkzeug für eine 100-Tonnen-Spritzgussmaschine entwickelt. Es entstand in Zusammenarbeit mit Engel und ist für ultradünne Teile mit 1 mm Wandstärke konzipiert. Das Werkzeuggewicht wurde um 75 Prozent reduziert, der Energieverbrauch um 30 Prozent gesenkt. Laempe Mössner Sinto hat ein 3D-Drucksystem für Sandkerne in der Großserienproduktion entwickelt, das bei der BMW Group täglich über 1.100 Kerne produziert. Imes-icore zeigt mit der CORiTEC Mythos das weltweit erste vollautomatisierte Hybrid-Herstellungssystem, das additive Beschichtung und präzises Fräsen in einem 5-Achs-Prozess kombiniert.
Rookie Award
Der Rookie Award richtet sich an junge Einzelpersonen mit neuen Geschäftsideen, die noch kein Jahr am Markt sind. Die Finalisten sind Fidentis, 3DMyMask und Tesseract.
Fidentis nutzt Multi-Material-PBF-LB/M, Robotik und Automatisierung, um Prothesen aus Kobalt-Chrom und Gold im großen Maßstab herzustellen. 3DMyMask kombiniert 3D-Gesichtsscans und Additive Fertigung zur Herstellung maßgeschneiderter Silikonmasken, unter anderem für die Behandlung von Atemnot. Tesseract entwickelt Linearmotoren für FDM-Drucker, die ohne mechanische Übertragung direkt über eine Magnetschiene laufen und schnellere sowie präzisere Bewegungen ermöglichen.
Start-up Award supported by Fluxo Technologies
Der Start-up Award hebt junge Unternehmen hervor, die neue Technologien oder Anwendungen in der Additiven Fertigung entwickeln.
Perfi Technologies hat ein Verfahren der volumetrischen Additiven Fertigung (VAM) vorgestellt, bei dem alle Punkte eines Objekts gleichzeitig statt schichtweise entstehen. Das reduziert Produktionszeiten erheblich. Allonic präsentiert mit 3D Tissue Braiding eine textilbasierte Technologie, die Robotik für die Massenproduktion nutzbar machen soll. Nureo AG entwickelt Softwaretools, die das 3D-Design von Teilen automatisieren. OsseoLabs aus Thailand kombiniert KI-gestützte Operationsplanung mit patientenspezifischen Implantaten. Biomotion Technologies FlexCo aus Wien hat eine Bioprinting-Plattform entwickelt, die das Screening von Medikamenten standardisiert.
Sustainability Award supported by Renishaw
Der Sustainability Award zeichnet nachhaltige AM-Anwendungen und Produkte aus. Im Finale stehen Smart Materials 3D Printing, Continuum Powders und EOS.
Smart Materials 3D Printing entwickelt biologisch abbaubare Druckmaterialien aus regionalen Reststoffen. Continuum Powders nutzt seine Greyhound Melt-to-Powder (M2P)-Plattform, um hochwertige Abfälle in Metallpulver umzuwandeln. EOS präsentiert ein Filtersystem für das metallbasierte Lasersintern, das wiederverwertbares Pulver zurückgewinnt und Reaktionsrückstände neutralisiert. Das Umluftfiltersystem wandelt reaktive Kondensate in stabile Metalloxide um, wodurch Entsorgungskosten und CO₂-Emissionen sinken.