Mit dem Nachhaltigkeitspreis „Grüne Welle“ zeichnet der Westerwaldkreis die Kreislaufwirtschaft von Schütz aus. Das Unternehmen aus Selters wird für sein Engagement in der Ressourcenschonung und der regionalen Wertschöpfung geehrt. Die Jury würdigt Strukturen und Abläufe, die konsequent auf Rückholung, Rekonditionierung und moderne Technologie setzen.

Besondere Anerkennung findet die Kombination aus Rücknahmesystem, Recyclingverfahren und technischer Ausstattung am Hauptstandort. Dort verarbeitet Schütz gebrauchte Verpackungssysteme vollständig und führt die Materialien wieder in die eigene Produktion zurück. Die Auszeichnung verdeutlicht zugleich die Bedeutung der Institutionen, die diesen Prozess beurteilen und auszeichnen.
Technologische Grundlagen der Kreislaufwirtschaft
Am Standort Selters betreibt Schütz eines der modernsten Rekonditionierungs- und Recyclingzentren Europas. Hier werden gebrauchte Intermediate Bulk Container nach ihrer Rückholung vollständig aufbereitet und anschließend wieder in den Produktionskreislauf integriert. Der Einsatz von KI- und 3D-Scantechnologie ermöglicht dabei eine präzise Erfassung der Komponenten und trägt in der DACH-Region zu Einsparungen von über 88.000 Tonnen CO₂ pro Jahr bei.
Das im Recyclingcenter gewonnene Kunststoffmaterial wird vollständig wiederverwertet. Der aufbereitete Recyclingkunststoff fließt zu 100 Prozent in Verpackungskomponenten und in die Produktserie Green Layer ein. Durch die Nutzung des hochwertigen Rezyklats werden jährlich weitere 35.000 Tonnen CO₂ vermieden, was den Beitrag der Kreislaufwirtschaft des Unternehmens zusätzlich verstärkt.
Rücknahmesystem und regionale Wertschöpfung
Eine zentrale Rolle im System spielt der „Schütz Ticket Service“. Das Rücknahmesystem gilt als Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft für Industrieverpackungen wie IBC, Fässer und Kanister. Es sorgt dafür, dass Materialien aus unterschiedlichen Nutzungsphasen zurückgeführt und erneut verwertet werden können. Damit bildet es die Grundlage für den geschlossenen Materialkreislauf am Standort.
Die Auszeichnung würdigt zudem die Verantwortung, die Schütz als global agierendes Unternehmen am Heimatstandort Selters übernimmt. Das Zusammenspiel aus regionaler Verankerung, moderner Recyclingtechnik und CO₂-Einsparungen stärkt die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit und gilt als Beispiel für zukunftsfähige Lösungen in der Kreislaufwirtschaft.
Juryentscheidung und Preisvergabe
Schütz teilt sich den ersten Platz in der Kategorie „Kreislaufwirtschaft“ punktgleich mit der Westerwald-Brauerei. Die Entscheidung traf eine Jury aus Vertretern der Sparkasse Westerwald-Sieg, des Klimaschutzmanagements des Westerwaldkreises und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis. Überreicht wurde der Preis in der Denkfabrik in Bad Marienberg und würdigt die konsequente Umsetzung nachhaltiger Kreislaufprozesse.