Mit der Standortverlegung nach Wiener Neustadt wird die Kreislaufwirtschaft an der FH Wiener Neustadt in ein Umfeld eingebettet, das technische Infrastruktur und praxisnahe Forschung verbindet. Der Bachelor-Studiengang trägt ab dem Studienjahr 2026/27 den Namen „Industrielle Kreislaufwirtschaft“ und reagiert auf Anforderungen, industrielle Prozesse ressourceneffizient zu gestalten und Materialkreisläufe systematisch einzubinden.

Der Campus 1 bietet dafür ein Umfeld, das Einrichtungen wie die FOTEC und das Innovation Lab umfasst. Diese Vernetzung ermöglicht es, Inhalte zu Energie- und Ressourceneffizienz unmittelbar mit industriellen Anwendungen zu verbinden und die Kreislaufwirtschaft in unterschiedlichen Produktionskontexten weiterzuentwickeln.
Technische Vertiefung der Kreislaufwirtschaft
Die Neuausrichtung berücksichtigt Entwicklungen, die in industriellen Wertschöpfungsketten an Bedeutung gewinnen. Steigende Rohstoffpreise, komplexe Lieferketten und wachsende Anforderungen an nachhaltige Produktionsweisen führen dazu, dass Kreislaufwirtschaft verstärkt in technische Prozesse integriert wird. Der Studiengang nimmt diese Dynamik auf und kombiniert ingenieurwissenschaftliche Methoden mit Strategien, die Materialkreisläufe schließen und industrielle Abläufe effizienter gestalten.
Im Zentrum stehen künftig industrielle Prozesse, Energie- und Ressourceneffizienz sowie die Umsetzung nachhaltiger Lösungen in der produzierenden Wirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft wird dabei als verbindendes Konzept verstanden, das technische Innovationen, Prozessentwicklung und Umweltbewusstsein zusammenführt. Absolventinnen und Absolventen sollen in der Lage sein, Produktionssysteme zu optimieren und nachhaltige industrielle Anwendungen zu entwickeln oder zu erforschen.
Standortvorteile und Synergien in Wiener Neustadt
Mit dem Wechsel an den Campus 1 sollen die vorhandenen technischen Strukturen konsequent genutzt werden. Wiener Neustadt bietet eine moderne Infrastruktur, die sich direkt in die Gestaltung der Kreislaufwirtschaft einfügt. Die Nähe zur FOTEC schafft Zugang zu einem Forschungsumfeld, das Materialtechnologien und angewandte Produktionstechnologien adressiert und damit zentrale Themen des Studiengangs aufgreift.
Zudem entstehen durch die räumliche Nähe zu weiteren Technikstudiengängen Synergien, die gemeinsame Projekte und interdisziplinäre Lernformate ermöglichen. Diese Vernetzung stärkt das Profil als technisches Studium mit Nachhaltigkeitsfokus und positioniert die Kreislaufwirtschaft im Zentrum eines Umfelds, das technische Anwendung und Forschung eng verbindet. Dadurch gewinnt der Studiengang an Sichtbarkeit und Reichweite innerhalb der industriellen Bildungslandschaft.
Übergangslösungen und zukünftige Ausrichtung
Für aktuell inskribierte Studierende bleibt der gewohnte Studienort in Wieselburg bestehen, sodass laufende Studiengänge ohne Einschränkungen abgeschlossen werden können. Ein Wechsel nach Wiener Neustadt ist freiwillig und ermöglicht individuelle Entscheidungen, während die Kreislaufwirtschaft strukturiert an den neuen Standort überführt wird. Diese Übergangsregelung stellt sicher, dass der Fokus auf Qualität und Kontinuität gewahrt bleibt.
Mit der Industriellen Kreislaufwirtschaft richtet sich das Studium an junge Menschen, die technische Kompetenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden wollen. Die Inhalte zeigen auf, wie Industrie nachhaltiger gestaltet werden kann und wie Energie- und Materialkreisläufe in Produktionsabläufe integriert werden. Durch die enge Verbindung zu Forschung und Wirtschaft entstehen vielfältige berufliche Perspektiven in Industrien, die sich auf dem Weg zur Klimaneutralität befinden und Fachkräfte in der Kreislaufwirtschaft benötigen.