Die 66. MSV bot im Oktober 2025 einen weitreichenden Überblick über aktuelle Entwicklungen der Industrie und stellte die Bedeutung technologischer Veränderungsprozesse in den Mittelpunkt. Dabei standen Unternehmen, Delegationen und Branchenvertreter im Austausch über die Zukunft industrieller Technologien und ihre Relevanz für die tschechische Volkswirtschaft. Die Messe war eng verbunden mit Diskussionen über digitale Innovationen, Energiefragen und internationale Kooperationen.

Parallel zu Ausstellungen und Projekten vertiefte die MSV zentrale Themen wie die Transformation traditioneller Industriezweige sowie konkrete technische Anwendungen in Feldern wie Energie, Robotik und 5G-Netzen. Auch organisatorische Aspekte – darunter staatliche Präsentationen, Delegationsprogramme und begleitende Veranstaltungen – prägten die Struktur der Messe und verdeutlichten die Bedeutung der MSV als Plattform umfassender Industrieentwicklung.
MSV als Forum technologischer und wirtschaftlicher Veränderungen
Die 66. MSV zeigte vier Tage lang den aktuellen Stand industrieller Technologien und verdeutlichte die Breite des Angebots, das von 1.356 Ausstellerfirmen präsentiert wurde. Mehr als 55.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Innovationen zu informieren, die für den schnellen Transfer in die industrielle Praxis entscheidend sind. Die MSV stellte damit einen Ort dar, an dem Zukunftsthemen in der Energiewirtschaft und Verteidigungsindustrie gemeinsam verhandelt wurden. Diese Sektoren gehören zu den zentralen Bereichen der tschechischen Volkswirtschaft, weshalb ihre Vertiefung während der MSV besondere Bedeutung erlangte.
Die Messe fand zudem in einer Phase politischer Veränderungen nach den tschechischen Parlamentswahlen statt. Ihr Verlauf demonstrierte, dass die MSV als neutrale Plattform fungiert, die aktuelle politische Debatten übersteigt. Innovationen, Kooperationen und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Industrie standen im Zentrum.
„Digitalisierung, Automation, künstliche Intelligenz, Transformation der Energiewirtschaft – das alles sind Themen, die die Industrie grundlegend verändern, und mit ihr auch unser alltägliches Leben. Bei allem technologischen Fortschritt bleibt eines jedoch unverändert: Das Wichtigste entsteht aus Zusammenarbeit von Menschen. Technologien sind nur Instrumente, Motoren der Änderungen sind immer wir selbst. Deshalb ist die MSV so einzigartig. In ihrem Mittelpunkt stehen nicht Maschinen, sondern Menschen, die erschaffen, ausdenken, riskieren und investieren“, so die Aufgabe der diesjährigen Messe laut Jan Kubata, Generaldirektor der Messe Brünn.
Führungsdialoge und industriepolitische Orientierung auf der MSV
Die MSV wurde am ersten Messetag durch Treffen hochrangiger Vertreter aus Industrie, Politik und Interessenverbänden geprägt. Führende Persönlichkeiten wie der Senatsvorsitzende Miloš Vystrčil, der Minister für Industrie und Handel Lukáš Vlček, der stellvertretende Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Karel Havlíček, der Präsident des Industrieverbands Jan Rafaj sowie der Präsident der Wirtschaftskammer Zdeněk Zajíček machten deutlich, wie eng politische und wirtschaftliche Entwicklungen verknüpft sind. Ergänzt wurde dies durch die Jahrestagung des Industrieverbands, bei der Aufgaben für die kommende Regierung formuliert wurden. Auch die Anwesenheit von Präsident Petr Pavel und First Lady Eva Pavlová unterstrich die Bedeutung der MSV als Forum für industriepolitische Orientierung.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Energiewirtschaft. Das erste Forum des neuen Verbands der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik befasste sich mit den notwendigen Transformationen hin zu emissionsärmeren und nachhaltigeren Strukturen. Energieunternehmen wie ČEZ, EPH, Sev.en, innogy, Pražská plynárenská, ČEPS, Veolia Energie ČR und E.ON nahmen teil, ebenso Vertreter großer Industrieunternehmen wie Třinecké železárny, Wienerberger, Siemens Energy und Doosan Škoda Power. Durch die Teilnahme auf Topmanagement-Ebene erhielt die MSV eine besondere inhaltliche Tiefe.
Internationale Dimension der MSV als Motor wirtschaftlicher Vernetzung
Die MSV erhielt eine bemerkenswerte internationale Ausrichtung. Aussteller und Handelsdelegationen aus 40 Ländern machten die Messe zu einem globalen Treffpunkt. Offizielle Stände aus zehn Ländern – darunter Österreich, Frankreich, Polen, Ungarn, China, Indien oder Japan – verdeutlichten das internationale Interesse. Besonders hervorzuheben war die Delegation aus dem US-Bundesstaat Georgia, die Fachwissen zu Markteintritt, Business-Strategien und Technologieentwicklung einbrachte.
Ein weiterer Höhepunkt war die Delegation aus Südkorea mit 15 Einkäufern. Im Rahmen der MSV wurde ein Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen der Messe Brünn und der Korea Importers Association KOIMA unterzeichnet. Die Aktivitäten der Agentur CzechTrade, darunter der Meeting Point mit Direktoren ausländischer Büros und ein umfangreiches Exportprogramm, ergänzten das internationale Profil der MSV und machten sie zu einem Ort strategischer Vernetzung.
Staatliche Präsentationen und technologischer Fortschritt auf der MSV
Der tschechische nationale Stand vereinte 13 staatliche Institutionen unter der Leitung des Ministeriums für Industrie und Handel. Auf der MSV entstand so eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmer und Exporteure, die Informationen zu Produktentwicklung, Zertifizierung und Auslandsstrategien suchten. Erstmals wurde die Präsentation im neuen visuellen Stil der zentralen staatlichen Verwaltung gezeigt, wodurch die MSV auch gestalterisch neue Akzente setzte.
Die Ausstellung technischer Innovationen am nationalen Stand umfasste Anwendungen von 5G-Netzen, Wasserstofftechnologien sowie ein Modell zum Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany. Ergänzend wurde das Projekt Contact Ukraine fortgeführt, das tschechische und ukrainische Unternehmen miteinander verbindet. Die MSV präsentierte so sowohl technologischen Fortschritt als auch wirtschaftliche Partnerschaften auf nationaler Ebene.
Schlüsseltrends, Technologien und branchenspezifische Schwerpunkte der MSV
Die Sonderprojekte auf der MSV fassten zentrale Trends der Industrie in umfassender Weise zusammen. Die Digitale Fabrik 2.0, in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Industrie 4.0, präsentierte interaktive Konzepte zur Nutzung künstlicher Intelligenz. Innovationsfelder wie Robotik wurden auf dem Themenstand ROBOTER 2025 sichtbar, während 3D-Druck im spezialisierten 3D EXPO im Mittelpunkt stand. Diese Projekte machten die MSV zu einem Ort, an dem technologische Zukunftsthemen praktisch erfahrbar wurden.
Ein besonderer Erfolg war der Managersummit DefenCEO, der unter dem Dach der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie sowie des Verbands der Maschinenbautechnologien stattfand. Mit 478 registrierten Teilnehmern und einem hohen Anteil an CEOs und Geschäftsführern bestätigte der Summit seine Bedeutung für die Verbindung von Maschinenbau und Verteidigungsindustrie. Auch diese Veranstaltung zeigte, wie die MSV industrieübergreifende Diskurse an einem Ort vereint.
„Wir haben die ganze Rotunde ausverkauft, inklusive Redner hatten wir 478 registrierte Teilnehmer. Interessant war auch das Teilnehmerspektrum, das das ´CEO´ im Titel bestätigte – 74 % der Anwesenden waren Generaldirektoren, CEOs und Geschäftsführer“, fasste Veranstalter Jan Homola den Summit zusammen.
Begleitveranstaltungen, Auszeichnungen und thematische Erweiterungen
Parallel zur MSV fand die internationale Messe Transport a Logistika statt, die Trends und Entwicklungen in Transport und Logistik präsentierte. Die ergänzende Schau Packaging Live demonstrierte praktische Prozessabläufe von Verpackungsdesign bis Ink-Jet-Kennzeichnung. Durch das Matchmaking-Projekt Kontakt-Kontrakt förderte die MSV zudem Geschäftsbeziehungen über die gesamte Messedauer hinweg.
Der Eröffnungsabend hob besondere Leistungen hervor. Erstmals wurde der Preis des Hauptgeschäftsführers an Thomas Alijew von Alfleth Engineering AG verliehen. Zudem erhielt Prof. Ing. František Pochylý die Auszeichnung für seinen lebenslangen Beitrag zur Entwicklung des tschechoslowakischen Maschinenbaus. Die Preise für Industriedesign gingen an HOUFEK, WAKEMASTER und POLAK CZ. Ergänzend eröffnete die Design Lounge unter der Schirmherrschaft des Design Centres CzechTrade.