Das EFRE/JTF-geförderte Projekt SAXY PLASTICS verfolgt das Ziel, neuartige Kunststoffe zu entwickeln, die vollständig recycelbar, bio-basiert und biologisch abbaubar sind. Von Juli 2025 bis Dezember 2027 will das Konsortium unter Leitung der Leipziger Aevoloop GmbH neue Standards in der Kreislaufwirtschaft setzen. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass herkömmliches Recycling zu einem Qualitätsverlust führt und eine echte Kreislaufwirtschaft bislang verhindert. Die Lösung: innovative Materialien aus regionalem Abfall, die robust, vielseitig und enzymatisch abbaubar sind – und damit Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen nützen.

SAXY PLASTICS ist eine Antwort auf globale Umweltprobleme, die durch Plastikabfälle in Ozeanen, Böden und Luft verursacht werden. Biokunststoffe konnten sich bisher aufgrund hoher Kosten und eingeschränkter Materialeigenschaften kaum durchsetzen. Das Projekt stellt sich diesen Herausforderungen durch die Entwicklung leistungsfähiger Materialien, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch praktisch einsetzbar sind – und das im industriellen Maßstab.
SAXY PLASTICS verbindet Forschung und Anwendung
Im Zentrum von SAXY PLASTICS steht Aevoloop GmbH, ein junges Unternehmen aus Leipzig, das auf die vielfach ausgezeichnete Forschung von Dr. Manuel Häußler aufbaut. Entwickelt werden langkettige Kunststoffbausteine, die vollständig recycelbar, bio-basiert und biologisch abbaubar sind. Parallel dazu arbeitet das Team an der Skalierung der Produktionskapazitäten, um die neuen Materialien auch industriell nutzbar zu machen.
Das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) bringt seine Expertise in der Verarbeitung dieser neuartigen Kunststoffe ein. Es entwickelt anwendungsspezifische Compounds aus Aevoloop-Polymeren für Verpackungen, technische Bauteile und weitere Einsatzbereiche. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz – von Compoundierung und Spritzguss über Faserspinnen und 3D-Druck bis hin zur Folienextrusion. Das IPF fungiert so als wichtige Brücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Materialentwicklung. Für diese Arbeiten erhält das Institut Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung von Aevoloop-Polymeren mittels Elektronenstrahlen. Um deren Recyclingfähigkeit zu sichern, entwickelt die Universität Leipzig enzymatische Abbauprozesse, mit denen auch vernetzte Kunststoffe wieder in ihre Ausgangsstoffe zerlegt werden können.
Biologisches Recycling als Innovationstreiber
Ein zentrales Element von SAXY PLASTICS ist die Entwicklung von Enzymen, die die eingesetzten Polymere unter milden Bedingungen in ihre Bausteine zurückführen. Die Universität Leipzig bringt hier ihre langjährige Expertise im enzymatischen Kunststoffrecycling ein. Dieser Ansatz schont Ressourcen, reduziert Energiebedarf und könnte die Recyclingbranche grundlegend verändern.
Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) unterstützt das Projekt durch die Entwicklung und Erprobung neuer Prozesse im Labor- und Pilotmaßstab. Gemeinsam mit assoziierten Partnern deckt das Konsortium die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffgewinnung über Produktdesign bis zur Wiederverwertung.