Kunststoff-Know-how von K.D. Feddersen für Spionageschutz

Jeder hat schon einmal davon gehört oder es am eigenen Leib erfahren – die kleine unscheinbare Webcam am Laptop zeichnet aufgrund eines zuvor installierten Trojaners heimlich alles auf, was vor dem Gerät passiert. Nun hat das Berliner Unternehmen Bornbex diesem einen Riegel vorgeschoben.

Bisher haben sich viele PC-Nutzer mit einem über der Webcam angebrachten Klebestreifen vor ungebetenen Beobachtern geschützt. Eine einfache Methode, jedoch unschön anzuschauen – und der Kleber schadet auf Dauer auch der dahinter versteckten Linse. Jens Fortmann und Axel Merges überlegten sich daher, wie man dieses Problem auch eleganter lösen könnte und entwickelten den Camstop, einen kleinen, dünnen Schalter, den man fast unsichtbar über der Webcam platzieren und dann mit nur einem Handgriff auf- und zuschieben kann.

Auf und zu – die Bedienung des Camstop ist kinderleicht. | Foto: Feddersen

Auf und zu – die Bedienung des Camstop ist kinderleicht. | Foto: Feddersen

Um dieses Bauteil zu fertigen, suchten sie sich die Firma Gallardo Spritzgusstechnik GmbH in Eppingen-Mühlbach als Partner. Peter Mack, Fertigungsleiter im Hause Gallardo nahm sich der Sache gern an. Der Camstop besteht aus zwei Spritzgussteilen, die dann ineinander montiert werden müssen.

Während der Schieber in das Gehäuse eingebracht wird, muss das Bauteil stark verformt werden. Hierbei musste festgestellt werden, dass der ursprünglich vorgesehen Werkstoff bei der Montage in der Bindenaht brach.

Daraufhin bat Peter Mack seinen Rohstofflieferanten, den Hamburger Kunststoffdistributor K.D. Feddersen um eine Materialberatung. Jürgen Gessner, Anwendungsentwickler bei K.D. Feddersen empfahl für diese Anwendung Hostaform® S 9363, ein schlagzähmodifiziertes POM aus dem Hause Celanese, welches sich bereits bei der ersten Bemusterung als Werkstoff der Wahl herausstellte.

„Die Bindenahtfestigkeit ist ausgezeichnet und die Steifigkeit so, dass sich der Camstop an den Laptop anpassen kann. Trotz der geringen Wandstärken von unter 1 mm lassen sich die Bauteile problemlos füllen“, so Peter Mack.