Kitchen Hacking – Leben, Essen und Arbeiten im Jahr 2040

Auf der Suche nach Lösungen und Entwürfen zum Thema „Leben, Essen und Arbeiten im Jahr 2040“ trat Markus Brunnthaler, Geschäftsführer und Eigentümer der Miraplast GmbH erneut mit der New Design University in Kontakt. NDU-Studierende des Bachelorstudiengangs Design, Handwerk & materielle Kultur wurden im zweiten Semester mit der Aufgabenstellung betraut, Zukunftsstudien zum Umgang mit Lebensmitteln zu entwickeln.

Mit der Frage, wie schaut in Zukunft unter Berücksichtigung der Megatrends wie Downaging, Green Tech, Womanomics unser Umgang mit Lebensmitteln aus, trat Markus Brunnthaler erneut mit den Studierenden des Bachelorstudiengangs Design, Handwerk und materielle Kultur in Kontakt. Mit diesem Projekt stellt Miraplast GmbH die Aufgabe darüber nachzudenken, welchen Einfluss die großen Trends auf die Art wie wir essen, wie wir mit Lebensmitteln umgehen und wie wir kochen werden, haben.

Kitchen Hacking

Die Studierenden des vierten Semesters untersuchten gemeinsam mit Prof. Moya Hoke und den Gastbetreuern mischer´traxler einerseits verschiedene Aspekte des Begriffs „Küche“: Küche als Werkstatt/Labor, Küche als revitalisierter oder als kulturell bedingter Raum, schnelle, mobile oder soziale Küche und vieles mehr. Andererseits erarbeiteten Studierende im zweiten Semester konkrete Lösungen und Entwürfe zum Thema „Leben, Essen und Arbeiten im Jahr 2040“. Studiengangsleiter Prof. Stefan Moritsch und Markus Brunnthaler, Geschäftsführer von Miraplast ermutigten die Studierende sich dem Thema aus einer neuen Perspektive zu nähern und tradierte Sichtweisen aufzubrechen.

Bei der Endpräsentation fand Brunnthaler nur lobende Worte für die ausgearbeiteten Prototypen, Designstudien und Zukunftskonzepte der Studierenden: „Ich bin sehr angetan von den unterschiedlichen Zugängen, die heute präsentiert wurden. Egal, ob gesellschaftspolitische, produktbezogene oder alternative Lösungen, es wurde sehr breit gedacht und mir gefallen die vielen innovativen, aber sehr durchdachten Ideen der Studierenden.“ Besonders beeindruckt haben Brunnthaler das Projekt „LabMEAT“ von Studentin Laura Burtscher und der neu designte Esstisch von Student Daniel Schober, der die gemeinsame Mahlzeit als Brücke zwischen den Benutzern versteht.

Projekt „LabMEAT“

Studentin Laura Burtscher hat sich mit In-Vitro-Fleisch beschäftigt. Die Idee ist, Fleisch außerhalb des tierischen Körpers zu züchten. Dabei wird dem Tier eine Stammzelle schmerzfrei entnommen und in einer Nährlösung vervielfältigt. Die Myotuben verschmelzen miteinander und binden sich an elastische Säulen. Farbstoffe und Vitamine werden hinzugefügt. Es wächst ein Gewebe, welches als Lebensmittel verwendet werden kann. „Sollte In-Vitro Fleisch die Zukunft sein, so kann Miraplast GmbH die dazugehörigen Kunststofftrays produzieren“, stellt Brunnthaler gleich bei der Präsentation fest.

Projekt „Zusammenspiel“

Bei Tisch passiert mehr als auf den Teller sichtbar ist. Das gemeinsame Mal ist für Student Daniel Schober mehr als nur Nahrungsaufnahme, es ist die Urform des Beisammenseins. Eine gemeinsame Mahlzeit sättigt nicht nur physiologische, sondern auch seelische Bedürfnisse. Wer eng miteinander verbunden ist, nimmt auch mal eine Gabelprobe vom Teller des anderen oder bietet seine Speise zum Kosten an. Das sind intime Gesten.

Vienna Design Week ’17: Food Design & Kitchen Hacking

Die im Rahmen des Semesterprojekts „Kitchen Hacking“ entstandenen Prototypen, Designstudien und Konzepte können bei der diesjährigen Vienna Design Week, die von 29. September bis 8.Oktober 2017 im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk stattfindet, in einer Ausstellung besichtigt werden.