• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

Österreichische Kunststoffzeitschrift

Ihr Fachmagazin für Industrie und Forschung

  • Zeitschrift
    • Mediadaten
    • Themen 2026
    • Abonnement
    • Archiv
  • Kunststoff.direct
  • Messekalender
  • Stellenmarkt
    • Stellenangebote
    • Stellengesuche
  • Impressum
  • News-Archiv
    • 2017
    • 2018
    • 2019
    • 2020
    • 2021
    • 2022
    • 2023
    • 2024

Farbstoff macht Belastungen und deren Dimension in Kunststoffen sichtbar

4. August 2021 von Birgit Fischer

An der TU Chemnitz wurde ein Farbstoff entwickelt, der Spannungen und deren Stärke in Kunststoffen und Bauteilen anzeigt. Das neue Farbmolekül kann neben der reinen An- oder Abwesenheit von Spannungen auch die Dimension der tatsächlichen Stärke der Spannung anzeigen.

Prof. Dr. Michael Sommer von der TU Chemnitz hatte die Leitung des Forschungsteams inne. | Foto: Jacob Müller
Prof. Dr. Michael Sommer von der TU Chemnitz hatte die Leitung des Forschungsteams inne. | Foto: Jacob Müller

Einem Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Michael Sommer, Inhaber der Professur Polymerchemie der Technischen Universität Chemnitz, und PD Dr. Michael Walter, Projektleiter im Exzellenzcluster Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems (livMatS) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ist es gelungen, ein neues Farbstoffmolekül aus dem Bereich sogenannter „Mechanophore“ zu konstruieren.

Dank dieses Moleküls können Bauteilspannungen je nach Stärke stufenlos durch Farbänderungen angezeigt werden. Das Konzept solcher Farbstoffe ist nicht neu, allerdings konnten bisherige Mechanophore meist nur die An- oder Abwesenheit von Spannungen in Kunstoffen anzeigen. Durch die aktuelle Forschung kommt nun noch die Dimension der tatsächlichen Stärke der Spannung hinzu. Das bringt große Vorteile überall dort, wo es wichtig ist, jederzeit einen Überblick über die Belastung und damit auch die Integrität des Materials zu haben. Diese effektive Form von Schadensanalytik zu entwickeln und zur praktischen Anwendung zu bringen, ist das Forschungsteam nun einen Schritt nähergekommen.

Farbstoff zeigt als Molekulare „Feder“ farblich die Stärke der Belastung

Wie die Forscherinnen und Forscher in ihre Veröffentlichung berichten, können durch die Kombination eines molekular designten Farbstoffes mit einem geeigneten und vor allem nicht-spröden Kunststoffes makroskopische Kräfte nun auf die molekulare Skala übertragen werden. Diese einwirkenden Kräfte können zum Beispiel äußerer Druck oder Zug sein.

Das Farbstoffmolekül „fühlt“ damit die Kraft, die innerhalb des Kunststoffes wirkt, und zeigt weiterhin Kraftänderungen durch Änderungen der Farbigkeit an. Nimmt die Kraft auf den Kunststoff ab, geht das Farbstoffmolekül wieder in seinen Ausgangszustand zurück. Daher wird dieser Farbstoff auch als „molekulare Feder“ bezeichnet – sie dehnt sich und „springt“ danach wieder in den Ursprungszustand.

Der entwickelte Farbstoff zeigt Spannungen und deren Stärke in Kunststoffen und Bauteilen an. Ob das funktioniert, wurde in mechanischen Experimenten bei der Verwendung eines Testkörpers mit Kraftfeder untersucht. | Foto: Maximilian Raisch, TU Chemnitz
Der entwickelte Farbstoff zeigt Spannungen und deren Stärke in Kunststoffen und Bauteilen an. Ob das funktioniert, wurde in mechanischen Experimenten bei der Verwendung eines Testkörpers mit Kraftfeder untersucht. | Foto: Maximilian Raisch, TU Chemnitz

Im Vergleich zu bereits existierenden molekularen Schaltern, die Kräfte in Kunstoffen durch Farbänderung anzeigen können, liegen die Vorteile hier klar auf der stufenlosen Abbildung von verschieden großen Kräften sowie des Feder-artigen Verhaltens des Moleküls, das damit immer wieder eingesetzt werden kann.

Bessere mechanische Eigenschaften – Dämpfung besser verstehen und anwenden

„Dies ist ein großer Schritt in Richtung der direkten Sichtbarmachung von externen Spannungen und Eigenspannungen von Kunstoffen mit einfacher Analytik, was für die weitere Entwicklung von Materialien mit verbesserten mechanischen Eigenschaften oder im Bereich des 3D-Drucks von großem Nutzen sein kann“, fasst Prof. Dr. Michael Sommer zusammen.

Aber auch das Verständnis von Dämpfungseigenschaften spezieller Materialien und auch natürlicher Systeme könnte damit leichter erforscht werden: So gibt es große und schwere Früchte, die aus großer Höhe von Bäumen fallen, jedoch den Fall unbeschädigt überstehen. Die Natur dient hier als Vorbild und molekulare Federn könnten helfen solche Systeme besser zu verstehen und zu imitieren.

Zukünftige Anstrengungen werden sich daher darauf konzentrieren, die molekularen Kraftfedern für die Anwendung in verschiedenen Kunststoffen anzupassen. Dies wird die Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen und die Zuhilfenahme von Computer-gestützten Methoden erfordern.

Veröffentlichung:
Raisch, M., Maftuhin, W., Walter, M. et al. A mechanochromic donor-acceptor torsional spring. Nat Commun 12, 4243 (2021). DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-021-24501-1

Kategorie: Forschung, News Stichworte: Belastung, Farbstoff, Kunststoffe, Mechanophore

Weitere Nachrichten

Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE entwickeln Forschende neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten … [Weiterlesen...] ÜberNeue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

RFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Mehrwegbecher gewinnen in Gastronomie- und Eventbereichen zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang mit digitalisierten und automatisierten Pfand- und Bezahlsystemen. Damit diese Systeme … [Weiterlesen...] ÜberRFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Effiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Auf der PLASTINDIA 2026 in New Delhi stellt die WITTMANN Gruppe vom 5. bis 10. Februar Technologien vor, die auf smarte Einsparungen in der Kunststoffverarbeitung abzielen. Im Mittelpunkt stehen vier … [Weiterlesen...] ÜberEffiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Report zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Der Report „Mapping of Global Advanced Plastic Recycling Capacities“ des nova-Instituts weist Europa eine zentrale Rolle im globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffe zu. … [Weiterlesen...] ÜberReport zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Seitenspalte

Suche

Messekalender

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • maintenance Dortmund

    Die maintenance Dortmund 2026 ist die führende Fachmesse für industrielle Instandhaltung in Deutschland. Sie deckt das gesamte Spektrum moderner […]

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter-Archiv

Die aktuelle Ausgabe

NEUERSCHEINUNG

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Lebensmittel-&Biotechnologie

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

  • Brenntag stärkt Partnerschaft mit Women in Chemicals weltweit
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Excerpt: Die Partnerschaft zwischen Brenntag und Women in Chemicals wird 2026 global ausgebaut. Ziel ist es, Gleichstellung, berufliche Entwicklung und Vernetzung von Frauen in der chemischen Industrie durch internationale Programme, Konferenzen und […]

  • 40 Jahre wire Düsseldorf prägen die globale Drahtindustrie
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die wire Düsseldorf feiert 40 Jahre als globale Leitmesse der Draht- und Kabelindustrie. Mit Wachstum, Internationalität und neuen Formaten wie dem wire & Cable FORUM setzt die wire 2026 weitere Impulse für Innovation, Nachhaltigkeit und […]

  • Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Ein EU-Forschungsprojekt unter Leitung der TU Graz entwickelt ein integriertes Bioraffineriekonzept, das Restbiomasse aus der Tomatenproduktion vollständig verwertet und daraus nachhaltigen Flugzeugtreibstoff sowie Dünger, Tierfutter und Speiseöl […]

  • GEA erweitert Ventiltechnik mit wasserhydraulischer Antriebslösung
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Ventiltechnik von GEA wird durch die Übernahme von Hydract gezielt erweitert. Wasserhydraulische Ventilantriebe senken den Energiebedarf, ermöglichen präzise Regelbarkeit und eröffnen neue Optionen für effiziente Prozesse in Getränke-, […]

  • INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt und integriert die Aufbereitung von Fischer-Tropsch-Crude zu zertifiziertem synthetischem Flugkraftstoff direkt in die Power-to-X-Anlage ERA ONE. Der Beitrag INERATEC realisiert […]

  • Mobiles Sensorsystem soll Lebensmittelbetrug vor Ort aufdecken
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lebensmittelbetrug stellt Handel und Kontrolle vor wachsende Herausforderungen. Ein von Fraunhofer entwickeltes mobiles Gaschromatographie-Sensorsystem soll falsch deklarierte Produkte direkt vor Ort identifizierbar machen. Der Beitrag Mobiles […]

  • Österreichs größtes grünes Wasserstoffprojekt geht an den Start
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit einer 140-MW-Anlage in Bruck an der Leitha baut OMV eines der größten Projekte für grünen Wasserstoff in Europa. Das Vorhaben wird mit bis zu EUR 123 Mio gefördert und soll ab Ende 2027 jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. […]

  • Gefahrstofflager als Built-to-suit-Lösung für sichere Logistik
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das neue Gefahrstofflager von DACHSER in Rastatt wurde als Built-to-suit-Lösung realisiert und auf hohe Sicherheitsstandards sowie vielseitige industrielle Nutzung ausgelegt. Die Anlage ergänzt das Logistikzentrum Karlsruhe und unterstützt […]

  • analytica 2026 als Plattform für das Green Lab
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Konzepte und Impulse für das Green Lab prägen die Agenda der analytica 2026 und bestimmen Messe, Konferenz und Rahmenprogramm gleichermaßen. Der Beitrag analytica 2026 als Plattform für das Green Lab erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

Footer

Zeitschrift

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Wer.Was.Wo

WelkinMedia Fachverlag

  • Österreichische Chemie Zeitschrift
  • Lebensmittel-&Biotechnologie
  • labor.at
  • WelkinMedia

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag