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Großes Interesse an Freeformer und Funktionsbauteilen bei formnext 2017

30. November 2017 von Kerstin Sochor

Mehr als 21 000 Fachbesucher kamen zur formnext 2017 nach Frankfurt am Main, Deutschland, davon fast die Hälfte aus dem Ausland. Für Arburg, Aussteller der ersten Stunde, war die Messe äußerst erfolgreich. Das Unternehmen, das weltweit zu den führenden Herstellern von Spritzgießmaschinen gehört, erreichte auf der formnext punktgenau seine Zielgruppe für die industrielle additive Fertigung mit dem Freeformer.

Auf der formnext 2017 war an der interaktiven Station zum Thema Medizintechnik z. B. ein Handmodell zu sehen, dessen Knochen ein Freeformer aus Standard-PP und medizinisch zugelassenem PLLA additiv gefertigt hatte.

„Auf unserem Messestand ging es zeitweise zu wie in einem Bienenstock. Unser Standpersonal, das wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich aufgestockt hatten, war durchgehend ausgelastet und führte quantitativ wie qualitativ sehr hochwertige Gespräche“, ist Eberhard Lutz, Geschäftsführer von Arburg Österreich und Bereichsleiter Vertrieb Freeformer, mit der Resonanz des Fachpublikums äußerst zufrieden. „Auf der formnext erreichen wir ein ganz anderes Publikum als auf den Spritzgießmessen. Zudem hat die Internationalität noch einmal deutlich zugelegt. Sehr viele Besucher kamen aus den deutschen Nachbarländern sowie aus Osteuropa und Asien. Das sind allesamt wichtige Märkte für Arburg.“

Neues Standkonzept zieht Fachbesucher an

„Das Herz der additiven Fertigung schlug letzte Woche in Frankfurt. Die formnext war für uns ein großer Erfolg und ist auf dem besten Weg, sich als Weltleitmesse zu etablieren“, so die Einschätzung von Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmens¬kommunikation bei Arburg. Dass der Freeformer und das Arburg Kunststoff-Freiformen so viele Neukunden und Interessenten ansprach, lag nach seiner Einschätzung auch am neuen Standkonzept: „Auf unserer 150 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche hatten wir neben zwei Freeformer-Exponaten und acht Monitoren mit Informationen zum AKF-Verfahren erstmals vier interaktive Stationen aufgebaut, an denen man zwölf ‚Erlebnisbauteile‘ in die Hand nehmen und sich von deren Funktionalität und Qualität selbst überzeugen konnte. Außerdem waren in zwei großen beleuchteten Regalwänden rund 40 weitere aus qualifizierten Standardgranulaten additiv gefertigte Funktionsbauteile zu sehen. Das hat zahlreiche Besucher dazu veranlasst, mit unseren Experten tiefer ins Gespräch einzusteigen.“

Freeformer verarbeitet teilkristallines Standard-PP

Mit dem Freeformer gefertigt: In PC/ABS eincompoundierte Carbon Nanotubes (schwarze Komponente) machen sogenannte „Light-Sticks“ elektrisch leitfähig, sodass die eingelegte LED bei Zufuhr von Strom aufleuchtet.

Als Neuheit wurde auf der formnext 2017 die additive Verarbeitung des Standard-PP Braskem CP 393 sowie des speziell dafür entwickelten Stützmaterials Armat 12 zu funktionsfähigen Kabelklemmen präsentiert. Die filigranen und dennoch belastbaren Strukturen verfügten über den spritzgießtypischen Klick-Effekt. Damit hat Arburg sein Materialspektrum für die industrielle additive Fertigung um einen wichtigen teilkristallinen Werkstoff erweitert.

Offenes System

Ein großer Vorteil von AKF ist, dass sich der Prozess an die Anforderungen anpassen lässt und das offene System die Anwender unabhängig macht: Freeformer-Kunden können ihr eigenes Originalmaterial qualifizieren und die frei programmierbaren Prozessparameter gezielt auf ihre jeweilige Anwendung optimieren – angefangen von den Einstellungen für die schichtweise Geometriezerlegung über Temperaturen bis zum Austrag. Alle diese Prozessdaten lassen sich speichern und analysieren sowie Designs schnell optimieren, um mit dem Freeformer schnell und wirtschaftlich Prototypen und Funktionsbauteile zu produzieren.

Breite Materialpalette für Funktionsbauteile

Neben Standardmaterialien wie ABS, PA und elastischem TPE zählen etwa der Hochtemperaturkunststoff PEI, Bio-PA, PC/ABS mit Flammschutz und nun auch PP zur Materialpalette. Aber auch spezielle Materialien etwa für die Medizintechnik oder Luftfahrt lassen sich für das AKF-Verfahren qualifizieren.
Hinsichtlich Branchen und Einsatzbereichen sind dem Freeformer kaum Grenzen gesetzt. Exemplarisch für das Anwendungs¬spektrum des Arburg Kunststoff-Freiformens sind folgende drei auf der formnext 2017 ausgestellte Funktionsbauteile:

  • Zum Thema Medizintechnik war zum Beispiel ein Handmodell zu sehen, dessen Knochen aus Standard-PP sowie ein zu ersetzendes Fingerglied aus medizinisch zugelassenem PLLA bestand.
  • Ohne Montageaufwand voll funktionsfähig sind bewegliche Planetenrollen aus der Hart-weich-Kombination TPU und PHA (Arboblend).
  • Mit funktionalen Materialien lassen sich gezielt zusätzliche Eigenschaften in Bauteile integrieren. Bei den „Light-Sticks“, die das Fraunhofer ICT mit dem Freeformer additiv exemplarisch gefertigt hat, lag die Herausforderung darin, das Produkt ohne Einsatz von Metall elektrisch leitfähig zu machen. Dazu wurden Carbon Nanotubes (CNTs) in den Kunststoff PC-ABS eincompoundiert, sodass die eingelegte LED bei Zufuhr von Strom aufleuchtet.

Kategorie: Additive, News Stichworte: Additive, Additive Fertigung, Arburg, formnext

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