• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

Österreichische Kunststoffzeitschrift

Ihr Fachmagazin für Industrie und Forschung

  • Zeitschrift
    • Mediadaten
    • Themen 2026
    • Abonnement
    • Archiv
  • Kunststoff.direct
  • Messekalender
  • Stellenmarkt
    • Stellenangebote
    • Stellengesuche
  • Impressum
  • News-Archiv
    • 2017
    • 2018
    • 2019
    • 2020
    • 2021
    • 2022
    • 2023
    • 2024

„Lebende Plastikkugel“: Cyanobakterium mit PHB-Anteil von über 80 Prozent

19. Februar 2021 von Birgit Fischer

Der Biotechnologe und FH-Absolvent (FH Aachen) Dr. Moritz Koch hat im Rahmen seiner Promotion eine „lebende Plastikkugel“ entwickelt, die CO₂-neutral in der Produktion und darüber hinaus biologisch abbaubar ist. Diese „lebende Plastikkugel“ ist ein Bakterium (Cyanobakterium), das von Natur aus zu zehn Prozent aus Kunststoff besteht (Polyhydroxybutyrat, kurz PHB).

Da der PHB-Anteil von zehn Prozent noch nicht für eine industrielle Weiterverarbeitung genügt, wollte Moritz Koch genau das ändern. Ihm ist es gelungen, den PHB-Anteil in diesen Cyanobakterien auf über 80 Prozent zu steigern. Das Cyanobakterium besteht dann hauptsächlich aus Plastik, lebt aber weiter.

„Wir haben zwei große ökologische Probleme: den Klimawandel und die Verschmutzung unserer Ökosysteme durch Plastikmüll“, erzählt der Biotechnologe und FH-Absolvent Dr. Moritz Koch. „Das sollten wir in den Griff kriegen“, fährt er fort. „Deshalb gehe ich mit meiner Idee auf beides ein“. Denn: Moritz Koch hat im Rahmen seiner Promotion eine „lebende Plastikkugel“ entwickelt, wie er sie selbst nennt, die CO₂-neutral in der Produktion und darüber hinaus biologisch abbaubar ist.

Dr. Moritz Koch mit Cyanobakterien | Foto: Niels Neumann
Dr. Moritz Koch mit Cyanobakterien | Foto: Niels Neumann

Diese „lebende Plastikkugel“ ist ein Bakterium (Cyanobakterium), das von Natur aus zu zehn Prozent aus Kunststoff besteht (Polyhydroxybutyrat, kurz PHB). Das Interessante an Cyanobakterien sei, dass sie photosynthetisch wachsen: Sie brauchen zum Wachstum vor allem Licht und CO₂. „Von beidem haben wir mehr als genug“, so Koch.

80 Prozent PHB-Anteil für industrielle Weiterverarbeitung

Da der PHB-Anteil von zehn Prozent noch nicht für eine industrielle Weiterverarbeitung genügt, wollte Moritz Koch genau das ändern. „Also bin ich zum Ingenieur der Zellen geworden“, erzählt Koch. Er schaltete mit seinem Team Gene an oder aus und betrachtete den Einfluss auf den Stoff-wechsel. Am Ende seien es die Erkenntnisse jahrelanger Grundlagenforschung gewesen, die zusammenkamen und den Durchbruch brachten: Ihm ist es gelungen, den PHB-Anteil in diesen Cyanobakterien auf über 80 Prozent zu steigern. Das Cyanobakterium besteht dann hauptsächlich aus Plastik, lebt aber weiter.

Mit diesen „Plastikbakterien“ oder „lebenden Plastikkugeln“ lassen sich nun Kunststoffe produzieren, die klimafreundlich hergestellt werden und nach der Nutzung nicht für hunderte Jahre im Meer schwimmen, sondern abbaubar sind. So beachtet Kochs Bioplastik beide eingangs genannten ökologischen Probleme: Klimawandel und Meeresverschmutzung.

Über Dr. Moritz Koch

Begonnen hat der Weg von Moritz Koch als Student am Fachbereich Chemie und Biotechnologie am Campus Jülich der FH Aachen. „Da ging der ganze Spaß los“, sagt er lachend. „Vorher hatte ich keine Ahnung von Biotechnologie. In Jülich wurde meine Leidenschaft entfacht.“ Seine Zeit an der FH habe er vor allem als familiär in Erinnerung. Betreuer seiner Bachelorarbeit war übrigens Rektor Prof. Dr. Marcus Baumann, der damals am Fachbereich lehrte. „Wir haben bis heute Kontakt und das immer sehr herzlich“, so Koch.

Während seines Bachelorstudiums absolvierte er ein Praxisjahr an der University of California, Berkeley. Später arbeitete er in Israel – ebenfalls mit Cyano-bakterien, da diese häufig in der Wüste vorkommen. Seinen Master und seine Promotion absolvierte er an der Universität Tübingen. Aktuell ist Moritz Koch als Postdoktorand in Vancouver an der University of British Columbia und forscht weiter an Cyanobakterien, damit sie großflächig industriell genutzt werden könnten.

Aktuell gebe es aber noch nicht die industrielle Infrastruktur, um die Cyanobakterien im großen Maßstab zu produzieren. Koch hofft, dass sich die Politik und der Markt zunehmend Richtung Nachhaltigkeit bewegen. Um das neue Bioplastik in größerem Maßstab zu produzieren, wurde nun eine Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig gestartet.

„Eine Sache wäre mir noch wichtig“, hakt Moritz Koch am Ende des Gesprächs ein: „Ich glaube, dass diese technische Lösung nur ein kleines Puzzleteil zur Lösung des Gesamtproblems ist. Bis eine meiner Bioplastiktüten übers Band rollt, vergehen sicher noch fünf bis zehn Jahre. Die Meere sind aber jetzt schon verschmutzt, wir müssen jetzt etwas tun. Beim Thema Müll, und vor allem auch beim Klimawandel.“

Weitere Informationen zu Cyanobakterien und deren Fähigkeit Bioplastik herzustellen lesen Sie in unserem Artikel.

Kategorie: Forschung, News Stichworte: Bioplastik, Cyanobakterien, FHAachen, PHB, Polyhydroxybutyrat

Weitere Nachrichten

Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE entwickeln Forschende neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten … [Weiterlesen...] ÜberNeue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

RFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Mehrwegbecher gewinnen in Gastronomie- und Eventbereichen zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang mit digitalisierten und automatisierten Pfand- und Bezahlsystemen. Damit diese Systeme … [Weiterlesen...] ÜberRFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Effiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Auf der PLASTINDIA 2026 in New Delhi stellt die WITTMANN Gruppe vom 5. bis 10. Februar Technologien vor, die auf smarte Einsparungen in der Kunststoffverarbeitung abzielen. Im Mittelpunkt stehen vier … [Weiterlesen...] ÜberEffiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Report zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Der Report „Mapping of Global Advanced Plastic Recycling Capacities“ des nova-Instituts weist Europa eine zentrale Rolle im globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffe zu. … [Weiterlesen...] ÜberReport zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Seitenspalte

Suche

Messekalender

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • maintenance Dortmund

    Die maintenance Dortmund 2026 ist die führende Fachmesse für industrielle Instandhaltung in Deutschland. Sie deckt das gesamte Spektrum moderner […]

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter-Archiv

Die aktuelle Ausgabe

NEUERSCHEINUNG

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Lebensmittel-&Biotechnologie

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

  • Brenntag stärkt Partnerschaft mit Women in Chemicals weltweit
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Excerpt: Die Partnerschaft zwischen Brenntag und Women in Chemicals wird 2026 global ausgebaut. Ziel ist es, Gleichstellung, berufliche Entwicklung und Vernetzung von Frauen in der chemischen Industrie durch internationale Programme, Konferenzen und […]

  • 40 Jahre wire Düsseldorf prägen die globale Drahtindustrie
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die wire Düsseldorf feiert 40 Jahre als globale Leitmesse der Draht- und Kabelindustrie. Mit Wachstum, Internationalität und neuen Formaten wie dem wire & Cable FORUM setzt die wire 2026 weitere Impulse für Innovation, Nachhaltigkeit und […]

  • Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Ein EU-Forschungsprojekt unter Leitung der TU Graz entwickelt ein integriertes Bioraffineriekonzept, das Restbiomasse aus der Tomatenproduktion vollständig verwertet und daraus nachhaltigen Flugzeugtreibstoff sowie Dünger, Tierfutter und Speiseöl […]

  • GEA erweitert Ventiltechnik mit wasserhydraulischer Antriebslösung
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Ventiltechnik von GEA wird durch die Übernahme von Hydract gezielt erweitert. Wasserhydraulische Ventilantriebe senken den Energiebedarf, ermöglichen präzise Regelbarkeit und eröffnen neue Optionen für effiziente Prozesse in Getränke-, […]

  • INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt und integriert die Aufbereitung von Fischer-Tropsch-Crude zu zertifiziertem synthetischem Flugkraftstoff direkt in die Power-to-X-Anlage ERA ONE. Der Beitrag INERATEC realisiert […]

  • Mobiles Sensorsystem soll Lebensmittelbetrug vor Ort aufdecken
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lebensmittelbetrug stellt Handel und Kontrolle vor wachsende Herausforderungen. Ein von Fraunhofer entwickeltes mobiles Gaschromatographie-Sensorsystem soll falsch deklarierte Produkte direkt vor Ort identifizierbar machen. Der Beitrag Mobiles […]

  • Österreichs größtes grünes Wasserstoffprojekt geht an den Start
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit einer 140-MW-Anlage in Bruck an der Leitha baut OMV eines der größten Projekte für grünen Wasserstoff in Europa. Das Vorhaben wird mit bis zu EUR 123 Mio gefördert und soll ab Ende 2027 jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. […]

  • Gefahrstofflager als Built-to-suit-Lösung für sichere Logistik
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das neue Gefahrstofflager von DACHSER in Rastatt wurde als Built-to-suit-Lösung realisiert und auf hohe Sicherheitsstandards sowie vielseitige industrielle Nutzung ausgelegt. Die Anlage ergänzt das Logistikzentrum Karlsruhe und unterstützt […]

  • analytica 2026 als Plattform für das Green Lab
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Konzepte und Impulse für das Green Lab prägen die Agenda der analytica 2026 und bestimmen Messe, Konferenz und Rahmenprogramm gleichermaßen. Der Beitrag analytica 2026 als Plattform für das Green Lab erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

Footer

Zeitschrift

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Wer.Was.Wo

WelkinMedia Fachverlag

  • Österreichische Chemie Zeitschrift
  • Lebensmittel-&Biotechnologie
  • labor.at
  • WelkinMedia

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag