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Österreichische Kunststoffzeitschrift

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TriPlast: Kunststoffrecycling auf höchstem Niveau

15. Mai 2024 von Birgit Fischer

Die von ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt errichtete, Europas modernste Sortieranlage TriPlast startet im Sommer 2024 in den Regelbetrieb. Mit einer Sortierkapazität von 100.000t pro Jahr und 20t in der Stunde deckt sie 50 % der österreichischen Sortierkapazität für Leichtverpackungen ab.

v.l.n.r. Rainhard Hofbauer (Betriebsleiter TriPlast), Harald Hauke (ARA Vorstandssprecher), Jürgen Secklehner (Geschäftsführer TriPlast), Martin Prieler (ARA Vorstand), Kurt Bernegger (Geschäftsführer TriPlast). | Foto: TriPlast
v.l.n.r. Rainhard Hofbauer (Betriebsleiter TriPlast), Harald Hauke (ARA Vorstandssprecher), Jürgen Secklehner (Geschäftsführer TriPlast), Martin Prieler (ARA Vorstand), Kurt Bernegger (Geschäftsführer TriPlast). | Foto: TriPlast

Die Investitionssumme von mehr als 65 Millionen Euro bringt regionale Wertschöpfung. Zudem schafft sie 60 neue Green Jobs im oberösterreichischen Wirtschaftspark Ennshafen.

Sortierkapazität rüstet Österreich für EU-Recyclingquoten

Die EU hat im Rahmen des Green Deals ab 2025 strengere Recyclingziele vorgegeben. Österreich erreicht schon heute die Ziele bei Glas (Ziel: 70%/Österreich: 75%), Papier (Ziel: 75%/Österreich: 85%) und Metall/Aluminium (Ziel: 50%/86%); muss bei Kunststoff aber noch nachlegen (Ziel: 50%/Österreich: 25%).

Die neu adaptierten Recyclingziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets erfordern eine grundlegende Steigerung der Sammlung von Leichtverpackungen bei Kunststoff. Mit den bestehenden 15 österreichischen Anlagen und ihren Sortierkapazitäten von 1.000 bis 30.000 Tonnen pro Jahr ist dieses EU-Recyclingziel aktuell nicht erreichbar. Es müssen 80 % aller Verpackungen gesammelt, daraus 80 % für das Recycling aussortiert und im Recycling selbst ebenfalls 80 % Ausbeute erzielt werden. Dann lässt sich das Ziel von 50 % Recyclingquote bei Kunststoffverpackungen erreichen. Österreich steht heute bei 58 % x 58 % x 78 % – und einer Recyclingquote von 25 %. Mit der neuen Sortieranlage TriPlast haben ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt rechtzeitig für 2025 die Kapazität und Technologie geschaffen.

Die modernen Sensoren von TriPlast können 24 verschiedene Abfallfraktionen erkennen, analysieren und sortenrein trennen. | Foto: TriPlast
Die modernen Sensoren von TriPlast können 24 verschiedene Abfallfraktionen erkennen, analysieren und sortenrein trennen. | Foto: TriPlast

Das Ziel: eine Sortiertiefe von 80 % bei Kunststoffverpackungen

Die aktuelle Anlageninfrastruktur in Österreich sorgt bei Kunststoffverpackungen für eine Sortiertiefe von 58 %. Die Anlage von ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt soll 80 % schaffen. Mit einer Hallenhöhe von 25 Metern wird die neue Anlage zu einer der höchsten in Europa zählen. Sie sorgt damit für geringen Flächenverbrauch und einen effizienten Materialfluss. Der Standort ist logistisch nachhaltig geplant. Sie ermöglicht durch den direkten Bahnanschluss für die gleichzeitige Entladung von bis zu fünf Ganzzügen einen emissionsarmen und klimafreundlichen Transport per Schiene.

Der Standort ist mit Blick auf die Novelle „Kreislaufwirtschaftspaket“ des österreichischen Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) strategisch besonders günstig gelegen. Denn mit dieser wurde ein verpflichteter Abfalltransport per Bahn eingeführt. Diese Regelung gilt von Abfällen mit mehr als 10 Tonnen; die Novelle wurde als Stufenplan konzipiert. Seit 1. Jänner 2024 müssen Abfälle mit einer Transportstrecke von 200km per Schiene transportiert werden, ab 2026 bereits ab 100km.

Die Reise der Leichtverpackung

Bei Verpackungsabfällen führen verschiedene Erfassungssysteme (z.B. Hol- oder Bringsystem, Behälterart) und Einzugsgebiete (z.B. ländlich, städtisch) zu unterschiedlich zusammengesetztem Inputmaterial. Die modernen Sensoren von TriPlast können 24 verschiedene Abfallfraktionen erkennen, analysieren und sortenrein trennen, um die wertvollen Rohstoffe ohne Qualitätseinbußen für das Recycling vorzubereiten. Expert:innen erwarten in der Input-Menge rund acht Prozent Metallverpackungen sowie 14 Prozent Fehlwürfe. Der Rest wird sich aus unterschiedlichen Kunststoffverpackungen zusammensetzen. Leicht- und Metallverpackungen werden ab 2025 einheitlich in ganz Österreich gemeinsam in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack gesammelt. Leichtverpackungen sind überwiegend Kunststoffverpackungen, z.B. Joghurtbecher, Shampooflaschen, Folien, Spülmittelflaschen, etc.

Sortieranlage mit mechanischem Recycling

Das in der Sortieranlage durchgeführte Behandlungsverfahren ist eine rein mechanische Sortierung von Abfällen. Der Materialmix wird mit Hilfe von Siebtrommeln, Windsichtern, Überbandmagneten, Wirbelstromscheidern und Nah-Infrarot-Geräten Schritt für Schritt in verschiedene Materialarten getrennt:

  • Kunststoffe (PP, PE, PS oder PET)
  • Weißblech
  • Aluminium
  • Getränkekartons
  • Pappe/Papier/Karton
  • Folienfraktionen
  • Sortierreste bzw. Mischkunststofffraktionen

Wenn die Leichtverpackung die Reise durch die Sortieranlage beginnt, wird der Abfall der Gelben Tonne bzw. der Gelbe Sack in der Inputhalle entladen. Mittels Sackaufreißer werden die Säcke geöffnet und das Material gleichmäßig auf dem Förderband verteilt. Die Materialien werden mechanisch nach Größe sortiert, dies geschieht durch ein sogenanntes Trommelsieb. Mittels Windsichter werden Folien abgesaugt, Ballistiksichter rütteln das Material auf und ermöglichen eine weitere mechanische Trennung des Inputmaterials in Folien und Formkörper, wie beispielsweise Flaschen oder Kanister. Mit Hilfe modernster Nahinfrarot-Sensorik werden die Materialien nach Kunststoffart und nach unterschiedlichen Farben aufgeteilt.

Bei allen Fraktionen gibt es im Sinne der Qualitätskontrolle die Möglichkeit, das Material in der eigens vorgesehenen Sortierkabine von mögliche Störstoffen oder Fehlwürfen zu befreien. Nach dieser Station sind die Verpackungen am Ende ihrer Reise in der Sortieranlage fast angekommen. In Ballen gepresst, werden die Hauptfraktionen zur Verwertung abgeholt. Der Großteil der Outputfraktionen bleibt in Österreich, daraus entstehen wieder neue Produkte wie Behälter für Shampoos oder Spülmittel, Müllsäcke oder Folien.

Das entsteht aus Kunststoff-Verpackungen

Produkt/VerpackungKunststoffProdukte, die aus den recyclierten Kunststoffen hergestellt werden können
Baufolien, Abdeckhauben, Säcke, Tragetaschen, Luftpolsterfolien, Landwirtschafts- und Gartenfolien, Gelbe SäckeLDPE (Low Density Polyethylen)Müllsäcke, Palettenabdeckhauben, Garten-, Landwirtschafts- und Baufolien, Säcke für Non-Food-Produkte, Elektrorohre, Kabelschutzrohre, Bewässerungsrohre, Mörteltröge
WickelfolienLLDPE (Linear Low Density Polyethylen)Folien
Flaschen für: Spülmittel, Shampoos, Reinigungsmittel, Dusch- und Schaumbäder; Kanister, Getränkekisten, Fässer, EimerHDPE (High Density Polyethylen)Flaschen für: Mineralöl, Shampoos, Spülmittel; Gießkannen, Kanister, Eimer, Rohre, Profile, Abdeckungen
GetränkeflaschenPET (Polyethylenterephtalat)Flaschen für Non-Food- und Food-Produkte, Folien, Faserherstellung, Teppichrückenbeschichtung
JoghurtbecherPS (Polystyrol)Tiefziehfolien, Bauteile für die Auto- und Elektroindustrie
Senf- und KetchupflaschenPP (Polypropylen)Büroartikel, Pflanztöpfe und andere Hilfsmittel für den Gartenbau
Styropor®-Verpackungen, FormschäumeEPS (Expandiertes Polystyrol)Formschäume, Leichtbeton, Spritzgussteile im Bereich Wärmedämmung und Bau
Das entsteht aus Kunststoff-Verpackungen

Kategorie: Kreislaufwirtschaft, News Stichworte: ARA, Bernegger, DerGrünePunkt, Sortieranlage, TriPlast

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