• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

Österreichische Kunststoffzeitschrift

Ihr Fachmagazin für Industrie und Forschung

  • Zeitschrift
    • Mediadaten
    • Themen 2026
    • Abonnement
    • Archiv
  • Kunststoff.direct
  • Messekalender
  • Stellenmarkt
    • Stellenangebote
    • Stellengesuche
  • Impressum
  • News-Archiv
    • 2017
    • 2018
    • 2019
    • 2020
    • 2021
    • 2022
    • 2023
    • 2024

Polyurethan: nachhaltig und ohne Verwendung toxischer Materialien

3. November 2021 von Birgit Fischer

Zahlreiche Kunststoffprodukte bestehen aus Polyurethanen. Fraunhofer-Forscher haben eine Herstellungsweise für Polyurethane entwickelt, die auf toxische Isocyanate verzichtet und gleichzeitig Kohlenstoffdioxid als Ausgangsmaterial nutzt. Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie werden Polyurethane mit konstanter, reproduzierbarer Qualität entwickelt. Die Forschungsergebnisse sind vom 15. bis 18. November auf der MEDICA 2021 in Düsseldorf zu sehen (Halle 3, Stand E74).

Polyurethan ist ein Tausendsassa | Foto: pixabay, Hans Braxmeier

Polyurethan ist ein Tausendsassa: Diese Kunststoffklasse wird als Schaumstoff für Matratzen genutzt wie auch als Verpackungsmaterial, als elastisches Material für Sportartikel, als Dichtungsmaterial, Lack, Klebstoff, Bauschaum und noch viel mehr. Selbst in der Medizintechnik findet das Material Einsatz – etwa in Form von Schläuchen für intravenöse Katheter.

Forscher aus den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Polymerforschung IAP, für Chemische Technologien ICT, für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT gehen nun neue Wege, um diese Kunststoffklasse nachhaltig und ohne Verwendung toxischer Materialien herzustellen.

Nicht toxisch: Verzicht auf Isocyanate

Üblicherweise verwendet man für die Herstellung von Polyurethanen ein Baukastensystem aus drei Komponenten: Isocyanate, Kettenverlängerer und Polyole. Die Produkteigenschaften lassen sich über Rezeptur und Prozessparameter sehr genau steuern. Das Produkt entsteht innerhalb weniger Minuten – dies ist auf die hohe Reaktivität der Isocyanate zurückzuführen. Das Manko: Isocyanate sind toxisch und sensibilisierend, können also Allergien und Asthma auslösen. Die Europäische Chemikalienagentur EChA hat daher eine Beschränkung beschlossen: Ab 2023 dürfen nur noch speziell dafür geschulte Personen mit Formulierungen arbeiten, die mehr als 0,1 Prozent Isocyanat enthalten.

Das Produkt entsteht innerhalb weniger Minuten – dies ist auf die hohe Reaktivität der Isocyanate zurückzuführen. | Foto: https://www.pur-schaumkunststoffe.de/
Das Produkt entsteht innerhalb weniger Minuten – dies ist auf die hohe Reaktivität der Isocyanate zurückzuführen. | Foto: https://www.pur-schaumkunststoffe.de/

„Mit unserer neuen Synthese können wir auf die toxischen Isocyanate verzichten und somit sichere Produktionsprozesse ermöglichen. Auch ist das so produzierte Polyurethan als biokompatibel zertifizierbar“, fasst Dr. Christoph Herfurth, Wissenschaftler am Fraunhofer IAP und Koordinator des Projekts, zusammen. Dazu haben die Forschenden die Isocyanate durch Dicarbamat ersetzt. Das Ziel: Der Prozess soll effizient und industriell umsetzbar sein. Auch arbeiten die Forscherteams derzeit an nachhaltigeren Treibmitteln für das Aufschäumen der Polyurethane.

Nachhaltiges Polyurethan: Verwendung von Kohlenstoffdioxid

Dr. Christoph Herfurth, Wissenschaftler am Fraunhofer IAP und Koordinator des Projekts | Foto: Fraunhofer IAP

Statt fossile Energieträger wie Erdöl oder Erdgas als Kohlenstoffquelle für die Polyurethane zu verwenden, nutzen wir Kohlenstoffdioxid und Polyurethan-Rezyklate. Auf diese Weise führen wir den Kohlenstoff im Kreislauf und sorgen dafür, dass weniger klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangt.

Dr. Christoph Herfurth, Wissenschaftler am Fraunhofer IAP und Koordinator des Projekts

Generell funktioniert dieser Prozess bereits – nötig sind Druck sowie erhöhte Temperaturen. Die Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer Institute arbeiten derzeit daran, die Abläufe zu optimieren.

Innovativ: Verschiedene Demonstratoren

Im Projekt werden zunächst Bausteine für die Polyurethan-Herstellung entwickelt. Auch wird das Forscherteam Beziehungen zwischen den Prozessparametern und Struktureigenschaften untersuchen: Wie erzielt man die Eigenschaften, die konventionelle Polyurethane so vielseitig machen?

Drei verschiedene Demonstratoren sollen die verschiedenen Einsatzgebiete des neuen Polyurethans veranschaulichen: Der erste Demonstrator besteht in nachhaltigen Schläuchen für die Medizintechnik – hier werden nur vergleichsweise geringe Mengen an Polyurethanen benötigt. Das erleichtert die Einführung eines neuen Produkts. In einem zweiten Fall werden am Fraunhofer IFAM Klebstoffe entsprechend dem Baukastensystem entwickelt, um Kanülen an den medizinischen Schlauch kleben zu können, beispielsweise für Katheter. Als dritter Demonstrator stehen Schaumstoffe auf der Agenda, und damit auch Verarbeitungstechnologien für Massenprodukte.

Kategorie: Forschung, News Stichworte: IAP, ICT, IFAM, Nachhaltigkeit, Polyurethan, UMSICHT

Weitere Nachrichten

Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE entwickeln Forschende neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten … [Weiterlesen...] ÜberNeue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe

RFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Mehrwegbecher gewinnen in Gastronomie- und Eventbereichen zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang mit digitalisierten und automatisierten Pfand- und Bezahlsystemen. Damit diese Systeme … [Weiterlesen...] ÜberRFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren

Effiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Auf der PLASTINDIA 2026 in New Delhi stellt die WITTMANN Gruppe vom 5. bis 10. Februar Technologien vor, die auf smarte Einsparungen in der Kunststoffverarbeitung abzielen. Im Mittelpunkt stehen vier … [Weiterlesen...] ÜberEffiziente Präzision für die Medizintechnik auf der PLASTINDIA 2026

Report zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Der Report „Mapping of Global Advanced Plastic Recycling Capacities“ des nova-Instituts weist Europa eine zentrale Rolle im globalen Markt fortschrittlicher Recyclingtechnologien für Kunststoffe zu. … [Weiterlesen...] ÜberReport zeigt Europas Schlüsselrolle bei Recyclingtechnologien

Seitenspalte

Suche

Messekalender

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • maintenance Dortmund

    Die maintenance Dortmund 2026 ist die führende Fachmesse für industrielle Instandhaltung in Deutschland. Sie deckt das gesamte Spektrum moderner […]

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter-Archiv

Die aktuelle Ausgabe

NEUERSCHEINUNG

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Lebensmittel-&Biotechnologie

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

  • Brenntag stärkt Partnerschaft mit Women in Chemicals weltweit
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Excerpt: Die Partnerschaft zwischen Brenntag und Women in Chemicals wird 2026 global ausgebaut. Ziel ist es, Gleichstellung, berufliche Entwicklung und Vernetzung von Frauen in der chemischen Industrie durch internationale Programme, Konferenzen und […]

  • 40 Jahre wire Düsseldorf prägen die globale Drahtindustrie
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die wire Düsseldorf feiert 40 Jahre als globale Leitmesse der Draht- und Kabelindustrie. Mit Wachstum, Internationalität und neuen Formaten wie dem wire & Cable FORUM setzt die wire 2026 weitere Impulse für Innovation, Nachhaltigkeit und […]

  • Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Ein EU-Forschungsprojekt unter Leitung der TU Graz entwickelt ein integriertes Bioraffineriekonzept, das Restbiomasse aus der Tomatenproduktion vollständig verwertet und daraus nachhaltigen Flugzeugtreibstoff sowie Dünger, Tierfutter und Speiseöl […]

  • GEA erweitert Ventiltechnik mit wasserhydraulischer Antriebslösung
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Ventiltechnik von GEA wird durch die Übernahme von Hydract gezielt erweitert. Wasserhydraulische Ventilantriebe senken den Energiebedarf, ermöglichen präzise Regelbarkeit und eröffnen neue Optionen für effiziente Prozesse in Getränke-, […]

  • INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt und integriert die Aufbereitung von Fischer-Tropsch-Crude zu zertifiziertem synthetischem Flugkraftstoff direkt in die Power-to-X-Anlage ERA ONE. Der Beitrag INERATEC realisiert […]

  • Mobiles Sensorsystem soll Lebensmittelbetrug vor Ort aufdecken
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lebensmittelbetrug stellt Handel und Kontrolle vor wachsende Herausforderungen. Ein von Fraunhofer entwickeltes mobiles Gaschromatographie-Sensorsystem soll falsch deklarierte Produkte direkt vor Ort identifizierbar machen. Der Beitrag Mobiles […]

  • Österreichs größtes grünes Wasserstoffprojekt geht an den Start
    am 8. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit einer 140-MW-Anlage in Bruck an der Leitha baut OMV eines der größten Projekte für grünen Wasserstoff in Europa. Das Vorhaben wird mit bis zu EUR 123 Mio gefördert und soll ab Ende 2027 jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. […]

  • Gefahrstofflager als Built-to-suit-Lösung für sichere Logistik
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das neue Gefahrstofflager von DACHSER in Rastatt wurde als Built-to-suit-Lösung realisiert und auf hohe Sicherheitsstandards sowie vielseitige industrielle Nutzung ausgelegt. Die Anlage ergänzt das Logistikzentrum Karlsruhe und unterstützt […]

  • analytica 2026 als Plattform für das Green Lab
    am 7. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Konzepte und Impulse für das Green Lab prägen die Agenda der analytica 2026 und bestimmen Messe, Konferenz und Rahmenprogramm gleichermaßen. Der Beitrag analytica 2026 als Plattform für das Green Lab erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

Footer

Zeitschrift

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Wer.Was.Wo

WelkinMedia Fachverlag

  • Österreichische Chemie Zeitschrift
  • Lebensmittel-&Biotechnologie
  • labor.at
  • WelkinMedia

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag